Nicht berühren, bitte: Der Berlinale-Gewinnerfilm «Touch me Not» spielt an den Porny Days 2018.

Vom 22.- 25. November 2018 gibt sich das sexpositive Film- und Kunstprogramm der Öffentlichkeit hin mit dem Ziel, die Sexualität zu zelebrieren und als Teil unseres Alltags zu fördern. Vorhang auf für die sexte, äh sechste Ausgabe der Porny Days.

Für einmal treten die Darbietungen von der Bühne in den Alltag und gehen an den Porny Days in einer WG, einem Hotelzimmer oder auch im Kino mit dem Publikum auf Tuchfühlung: Die Künstlerin Cim Ek verglitzert etwa in einer Zürcher WG Vulven, die so aus dem Bereich der Scham ins Zentrum der Aufmerksamkeit treten. Im Kosmos kommt es zur Uraufführung von bisher unveröffentlichten sexpositiven Songs der Musikerin Brandy Butler, die zum Nachdenken und Diskutieren auffordern.

One-to-One-Sessions

In einem Hotelzimmer im 25hours Hotel an der Langstrasse bietet der Berliner Künstler David Bloom one-to-one Sessions an und liest mit Hilfe intersubjektiver Rituale und erotischer Energien die sexuelle Zukunft der Besucherinnen und Besucher. Und zu guter Letzt lädt Sascha Rijkeboer am Sonntagnachmittag zurQueer Spoken Word-Lesung ein und plaudert über Anekdoten aus einem non-binären Leben. Diese und weitere Performances, Paneldiskussionen und Live Acts sind darauf ausgelegt, Nähe zu schaffen und zu überraschen, sowie dem Publikum einen gelösten und unverkrampften Zugang zur Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität zu ermöglichen, und Lust auf mehr zu machen.

Spannendes Filmprogramm

Auch das diesjährige Filmprogramm lässt keine Wünsche offen: Der einheimische Film «La petite mort» (2018, 61 min, CH) von Annie Gisler ist eine sensible und humorvolle Auseinandersetzung mit weiblicher Intimität in ihrem ganzen Facettenreichtum; der vielnominierte Film «Boys for Sale» (2017, 76 min, JP) thematisiert die männliche Prostitution in dem berüchtigten Viertel Shinjuku 2-chome in Toykos. Das Thema Sex-Work wird im Dokumentarfilm «Empower –Perspectives de travailleuses du sexes» (2018, 50 min, FRA) der Performance-Künstlerin, Sexarbeiterin und Aktivistin Marianne Chargois ebenfalls aufgegriffen und portraitiert Sexarbeiterinnen, die auf den Strassen von Paris arbeiten und sich immer wieder aufs Neue für ihre Rechte einsetzen müssen.

Berlinale-Gewinnerfilm «Touch me not»

Ein Höhepunkt des Filmprogramms stellt der Berlinale Gewinnerfilm «Touch me not» (2018, 125 min ROU) von Adina Pintille dar. An der Grenze zwischen Realität und Fiktion ist die emotionale Reise von Laura, Tómas und Christian zu sehen, die ihre Intimität und Sexualität erforschen wollen. Wie kann die Balance zwischen Begehren und der Angst vor Kontrollverlust gelingen? Neben diesen und vielen weiteren Filmen wird der beste Kurzfilm mit dem Porny Award prämiert. Aber auch der geniale Klassiker «Bijou» (Wakefield Poole, 1972, 76min, USA) werden im diesjährigen Filmprogramm gewürdigt. Ausserdem werden zwei Filme mit und über Valentina Nappi, der bekanntesten Darstellerin seit Rocco Siffredi, gezeigt.

Porny Party

Die diesjährige Porny Party avanciert zu einer Verschmelzung von zwei Freiheitsbewegungen: Schon lange stecken Porny Days und Les Belles de Nuit unter einer Decke. Nach sechsjähriger Liaison fusionieren die beiden zu LBDP (L.ooking B.usy D.oing P.orn – Les Belles de Pornies oder einfach Porny Belles). Am 24. November laden Porny Belles in eine einzigartige Safe Zone im Kunstraum Walcheturm Zürich zur Party ein. Ein Ort, an dem sich Spielfreude und gleichgesinnte Spielgefährt*innen bei musikalischen Perlen aus Nah und Fern zum ausgelassenen Tanzen finden und vielerlei Performancekünstler*innen und visuelle Installationen die Sinne der Besucher*innen zur Ekstase bringen.