Richard Jewell (Paul Walter Hauser) beim Evakuieren der Konzertbesucher (Foto zVg)

Auf wahren Ereignissen basierend sowie inszeniert und produziert von einem illusteren Team um Altmeister und Regisseur Clint Eastwood (u.a. Leonardo di Caprio, Tim Moore, Jessica Meier, Kevin Misher), bildet das aktuelle, aussergewöhnliche Reality-Drama aus Hollywood eine Geschichte darüber, was geschieht, wenn kolportierte Sachverhalte die Wahrheit verdrehen.

Mit den Worten «Es befindet sich eine Bombe im Centennial Park; Ihr habt noch 30 Minuten!» alarmiert Wachmann Richard Jewell (Paul Walter Hauser) die Behörden, als er bei einem am Rande der olympischen Spiele von Atlanta 1996 stattfindenden OpenAir-Konzert eine solche unter einem grösseren Rucksack entdeckt. Diese explodiert daraufhin denn auch tatsächlich mit zerstörerischer Kraft, weshalb Richard sofort und effizient die Evakuierung von Passanten unterstützt.

Anwalt Watson Bryant (Sam Rockwell) & Richard Jewell (P.W. Hauser) vor dem entscheidenden Hearing (Bild zVg)

Im Anschluss daran schildert er einer Reporter-Meute denn auch bescheiden sein rasches Handeln, das unzählige Leben gerettet hat: Er wird als Held gefeiert, worüber sich insbesondere seine Mutter Bobi (hervorragend von Kathy Bates dargestellt) freut, bei welcher er wohnt. Nur wenige Tage später nimmt sein Leben allerdings eine komplette Wendung, der Wind dreht sich: Sollte Jewell von der Bombe gewusst haben, weil er sie selbst dort platziert hatte? Der übergewichtige Einzelgänger und Möchtegern-Gesetzeshüter wird zum Hauptverdächtigen des FBI – solchermassen diffamiert von der Boulevard-Presse.

Ein gefundenes Fressen für die karrieregeile, schreibenderweise jedoch völlig untalentierte Reporterin Kathy Scruggs (Olivia Wilde) ohne Basis-Moral: Uebereifrig lässt sie sich griffige Schlagzeilen von einem Redaktions-Kollegen verfassen, welche alsbald die Vorverurteilung in der Oeffentlichkeit prägen. Ein jeder Aspekt von Jewells Leben wird mit heuchlerisch-widerlichen Tricks des FBI und des Atlanta Police Department seziert, er dabei mithin als möglicher Terrorist gebrandmarkt.

Richards Mutter Bobi (Kathy Bates) bei ergreifender Rede vor Reporter-Meute (Foto zVg)

Berechtigterweise unerschütterlich an seiner Unschuld festhaltend, sucht Jewell Hilfe beim unabhängigen Anti-Establishment-Anwalt Watson Bryant (herausragend von Sam Rockwell verkörpert) Hilfe. Der engagierte Anwalt sieht sich jedoch beim Versuch, den Namen seines Klienten reinzuwaschen, alsbald einem Kampf gegen Windmühlen ausgesetzt; zumal Richard in naiver Bewunderung gegenüber FBI und Polizisten diesen bei der Suche nach dem wahren Täter nach wie vor vertrauend beistehen will…

Der Fall Richard Jewell

Drehbuch:

Billy Ray (Oscar-Kandidat für «Captain Phillips”), basierend auf dem Vanity-Fair-Artikel “American Nightmare – The Ballad of Richard Jewell” von Marie Brenner

Land:         USA

Jahr:          2019

Spielzeit:    131 Minuten

Genre:       Drama

Kino-Start: Wegen Massnahmen gegen Corona-Virus gerade noch ungewiss.