Wer elektrisches Spielzeug von asiatischen Billiganbietern kauft, bewegt sich im Gefahrenbereich. Tests zeigen, dass über 80 Prozent der Spielwaren von asiatischen Billigplattformen Schadstoffe enthalten oder Sicherheitsmängel aufweisen. Der Spielwaren Verband Schweiz (SVS) und SENS eRecycling mahnen deshalb zur Vorsicht. Die Billigprodukte schaden den Kindern und verunmöglichen auch ein nachhaltiges Recycling.
Immer mehr Konsumenten bestellen bei asiatischen Billigplattformen wie Temu, Aliexpress oder Shein. Schätzungen ergeben für Temu eine weitere Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr in der Schweiz auf über einer Milliarde Franken. Der Safety-Gate-Bericht der EU meldet einen neuen Rekord an Warnungen zu gefährlichen Produkten von asiatischen Anbietern. Betroffen sind vorwiegend Spielwaren, die 16 % aller Meldungen ausmachen. Beanstandet werden verbotene Weichmacher, die als gesundheitsschädlich gelten oder lose Kleinteile, die das Erstickungsrisiko erhöhen. Da Babys ihr Spielzeug in den Mund nehmen, sind sie besonders gefährdet. Deshalb gelten für Baby‑ und Kinderspielzeug in der Schweiz und in der EU besonders strenge Sicherheitsstandards.
86 % der Spielwaren fallen durch
Toy Industrie of Europe (TIE), der europäische Dachverbands der Spielwarenindustrie, führte 2024 Testkäufe durch und stellte fest, dass 86% der Spielzeuge aus Drittstaaten, die online gekauft wurden, die EU-Sicherheitsstandards nicht erfüllen. Hans-Christian von der Crone, Präsident des Spielwaren Verbands Schweiz, sagt, dass sich daran bis heute nichts änderte. Er empfiehlt deshalb, bekannte Marken und unabhängige Gütesiegel zu berücksichtigen. Er bietet dazu das Toy Directory auf der Website des Spielwarenverbands an, in dem alle in der Schweiz vertretenen Spielwarenmarken und die offiziellen Generalvertretungen, Händler und Distributoren aufgeführt sind: Marken – Spielwarenverband Schweiz SVS
Kurze Nutzungsdauer belastet Umwelt und Kreislaufwirtschaft
Wie bei Fast Fashion (billige Schnellmode) gibt es auch bei anderen Billigwaren Impulskäufe. Der tiefe Preis ist zu verlockend. Zudem gilt China beim Weltpostverein immer noch als Entwicklungsland. Das hat zur Folge, dass die Versandkosten tiefer sind als ein Paket innerhalb der Schweiz oder von Europa. Dem Staat entgehen mehrheitlich Mehrwertsteuer und Zollgebühren, die bei kommerziellen Importen anfallen. Oft liegen solche Billiggeräte ungenutzt herum und verbrauchen unnötig Ressourcen. Wegen Qualitätsmängeln wird daraus häufiger und schneller Elektroschrott, da es keinen Ansprechpartner für Reparaturen gibt.
«Wem also die Umwelt am Herzen liegt und die Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken will, der kauft seine Spielwaren bei Schweizer (Online-)Händlern», erklärt Pasqual Zopp, Geschäftsführer von SENS eRecycling. Die offiziellen Schweizer Händler bezahlen im Gegensatz zu den asiatischen Versendern den vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) und sichern damit auch langfristig das fachgerechte Recycling der Elektrogeräte. «Zudem werden Schweizer Unternehmen regelmässig von unabhängigen Stellen geprüft, womit auch die Produktsicherheit gewährleistet ist», ergänzt Pasqual Zopp.
Tipps für Kauf Recycling von elektrischen Spielwaren
- Bevorzugen Sie bekannte Marken oder Spielwaren mit unabhängigem Gütesiegel (z. B. CE-Kennzeichen, Ökostandard, TÜV).
- Auswahl von langlebigen und reparierbaren Spielwaren
- Fachgerechte Entsorgung von defekten oder ausgedienten elektronischen Spielwaren über die offiziellen SENS-Sammelstellen, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen und Schadstoffe sicher zu entfernen: Sammelstellen finden
- Wer unsicher ist, ob es sich bei seinem Spielzeug um ein elektronisches Gerät handelt, dem hilft die 5-Punkte-Checkliste von SENS eRecycling, die in einfachen Schritten erklärt, an welchen Merkmalen elektronische Spielwaren erkannt werden.
- Kostenlose Entsorgung an 630 SENS-Sammelstellen in der ganzen Schweiz.
- Kostenlos bei allen Händlern, die elektrische oder elektronische Spielwaren verkaufen – egal, wo die Spielwaren ursprünglich gekauft wurden.
- Mit dem Electro Recycling Bag: Dieser ist besonders praktisch für kleinere Geräte. Er bietet Platz für bis zu 10 Kilogramm und kann für 5 Franken bei SENS eRecycling bestellt werden. Ist der Sack voll, kann er im eigenen Briefkasten deponiert werden und die Post holt ihn gratis ab.






















