Das intelligente Zuhause ist Realität, heute sind bereits viele Geräte vernetzt, ob in der der guten alten Stube, in der Küche, im Bad oder rund ums Haus.

Der Traum vom intelligenten Zuhause wird mehr und mehr zur Realität, denn heute sind bereits viele Geräte vernetzt. Die Auswahl der vernetzten Lösungen ist gross, ob in der guten alten Stube, in der Küche, im Bad oder rund ums Haus.

Der Begriff des intelligentes Wohnen ist im deutschsprachigen Raum bereits seit über 10 Jahren verankert. In Deutschland wurde er im Jahre 2003 durch die Initiative „Intelligentes Wohnen“ ins Leben gerufen. Währenddem in Österreich die Initiative durch den Verein „Intelligentes Wohnen Austria“ zwei Jahre später gegründet wurde, ist sie in der Schweiz durch die Fachgruppe „Intelligentes Wohnen im G-N-I“ vertreten. In allen deutschsprachigen Ländern ist die grundsätzliche Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem Thema Heimvernetzung denn auch positiv und die Erwartungen der unterschiedlichsten Anbieter im Markt gross. Aber erst das intelligente Zusammenspiel der vernetzten Geräte macht das Smart Home aus. Das vernetzte Zuhause liegt also voll im Trend. So sieht  auch Marktforscher Jürgen Boyny, Global Director Consumer Electronics bei GfK Retail and Technology, für die kommenden Jahre bei der Vernetzung und dem Smart Home ein grosses Potenzial  und geht weltweit von einer positiven Marktentwicklung aus.

Vorteile

Mittels Smart-Home-Lösungen können Konsumenten von unterwegs die Heizung steuern oder die Waschmaschine starten, aus den Ferien die heimischen Rollläden herunterlassen oder die Lam­pen an- und ausschalten. Möglich wird die Fernsteuerung von Haushaltgeräten, Haustechnik, Musik- und Multimedia­geräten aber erst durch eine Internetanbindung dieser Geräte beziehungsweise der Steckdosen und Zeitschaltuhren sowie durch entsprechende Steuerungsprogramme oder Apps. Das vernetzte Haus kann so auch dazu beitragen, Energie zu sparen, zudem bietet es gute Lösungen für Personen mit Behinderung und ältere Menschen. Deshalb kümmern sich auch viele Anbieter im In- und Ausland um die Entwicklung neuer Funktionen.

Bedeutung Smart

Obwohl die Vernetzung und das smarte Daheim schon länger bekannt ist, nimmt es stetig an Bedeutung zu. Dies zeigt sich auch daran, dass an der letztjährigen Funkausstellung (IFA) in Berlin dem Thema Smart-Home eine ganze Halle gewidmet war: Auf 3000 Quadratmetern präsentierten über 40 Aussteller aus 15 Ländern ihre neuesten Produkte und Services rund um die intelligente Haussteuerung, beispielsweise beim Licht, der Raumtemperatur oder Heizung, Energie-Management, Sicherheitssysteme, drahtlose Übertragungstechniken, Zugangskontrolle und die Einbindung von Robotern, wie Staubsauger und Rasenmähern. Zudem zeigten circa 150 Partner auf ihren Ständen neueste Smart-Home-Lösungen.

Wo die Musik spielt

Das smarte Wohnen fängt bei der Vernetzung im Audio-Bereich an. Vernetzte Audiogeräte, die oft auch als Multiroom-Systeme angeboten werden, haben in den letzten Jahren stark an Qualität und Funktionsvielfalt zugelegt. Viele Modelle lassen sich nicht nur über das Heimnetzwerk, sondern auch über Bluetooth direkt aus dem Tablet oder dem Smartphone drahtlos mit Musik versorgen. Manche Geräte können sogar die Bluetooth-Ansteuerung und die WLAN-Verteilung miteinander kombinieren. Immer beliebter werden auch Netzwerk-Lautsprecher, die nicht nur Musik in MP-3-Qualität wiedergeben, sondern auch Audio-Dateien in Studio-Auflösung und in verlustfreier Codierung verarbeiten können. Besonders ohrenfällige Klangverbesserungen verspricht zudem die jüngste Idee eines amerikanischen Unternehmens, das viele Jahre lang Pionierarbeit für die Marktentwicklung vernetzter Audiogeräte geleistet hat. Der Hersteller bringt ein System auf den Markt, das die eingebauten Mikrofone in Smartphones zur Einmessung nutzt, um die Wiedergabe perfekt an den Aufstellungsort der Lautsprecher und an die Raumakustik anzupassen und so zum gewünschten Hörerlebnis führt.

Smarte Küche

Von der smarten Küche, über das vernetzte Auto bis hin zu virtuellen Realitäten und IoT (Internet of Things) war an der IFA in Berlin die wahren Treiber der digitalen Evolution zu sehen. So präsentierte BSH-Chef Dr. Karsten Ottenberg etwa mit dem Küchenelf Mykie ein niedlicher Roboter, der bald auf dem Küchentisch stehen und gute Ratschläge geben könnte. Im kommenden Jahr soll er aus der bisherigen Laborumgebung in die Küchenwirklichkeit überführt werden, um von den anderen vernetzten Hausgeräten und den Menschen zu lernen. Derweil präsentierte Panasonic eine interessante Kühlschrank-Studie und zeigte so auf, wie das Smart Home von morgen aussehen könnte. Hier sind alle Geräte elektronisch verbunden: Herd, Ofen und Kühlschrank kommunizieren miteinander und bieten dem Bewohner so die grösstmögliche, intuitive Bedienung aller Geräte. Noch dazu ist vor allem der Kühlschrank mit Einblendungen auf der Glastür ein echter Blickfang: So sind auf dem Gerät per Touch-Funktion direkt Informationen zu Temperatur und Inhalt abrufbar. Auf Wunsch schlägt der Kühlschrank von Panasonic sogar passende Rezepte zum Getränk vor und gibt an, ob die entsprechenden Zutaten vorrätig sind. Er kann aber auch Instruktionen zum Kochvorgang an den Rest der Smart Home-Küche und heizt auch schon mal den Ofen vor. Diese Studie ist aber noch Zukunftsmusik. Ein Release-Datum ist noch nicht bekannt.

Vision 2030

Vernetzung ist schon lange in – Smart Living ein regelrechtes Modewort. Auch das GDI wollte mehr zu diesem Trend erfahren und führte zum Thema „Smart Home 2030“ eine Studie durch. Nun wurde in einer im Auftrag von Raiffeisen Schweiz erstellten GDI-Studie untersucht, wie die Digitalisierung das Bauen und Wohnen verändern kann; die Studie nennt die Folgen für Konsumenten und Anbieter. Mittels Experteninterviews und einer repräsentativen Befragung wurden 400 Architekten und Bauingenieure, Elektroplaner und Elektroinstallateure, Immobilienhändler sowie Gebäudetechniker zu den wichtigsten Trends und Thesen der Zukunft der Branche befragt. Die Resultate zeigen, dass für gewisse Anbieter Smart Home heute schon wichtig ist, andere sehen sich weder heute noch künftig davon betroffen. Zudem zeigt sich, dass die Elektrobranche und die Gebäudetechniker gegenüber Smart-Home-Applika­tionen aufgeschlossener sind als Architekten, Bauingenieure und Immobilienhändler. Viele Anbieter halten zudem digitale Tools für zu teuer, störungsanfällig, zu wenig kompatibel und zu wenig zuverlässig in Sachen Datensicherheit. Die meisten Befragten beurteilten zudem Szenarien, wonach Roboter und 3D-Drucker dereinst das Bauen übernehmen könnten, als unrealistisch.

Gemütlich statt Science-Fiction

Die Studienverfasser stellen weiter fest, dass die Prozesse und Dienstleistungen Software-getrieben sind. Während es bereits seit längerem automatisierte Anwendungen für das Haus gebe, kämen nun immer mehr digitale Dienstleistungen hinzu. Waren früher komplexe Nachrüstungen nötig, brauche es heute für digitale Plug-and-play-Geräte nur noch einen Internetanschluss. So werde die Vernetzung wirklich einfach. Statt Beton werde im Jahr 2030 wohl die Software das Bauen bestimmen. Aber das digitale Wohnen soll auch gemütlich sein. So könne das Haus oder die Wohnung 2030 wie ein Smartphone funktionieren, müsse aber trotzdem kein Science-Fiction-Haushalt sein, denn je digitaler unsere Welt werde, umso stärker könne der Wunsch nach dem „Realen“ und „Authentischen“ sein. So bleibe das Zuhause trotz der Vernetzung gemütlich.

Datenmengen

Das digitale Wohnen erzeugt aber enorme Datenmengen, und die Bewohner werden angreifbarer. So werde neben einer grösseren Abhängigkeit auch eine grössere Sicherheit geschaffen, denn die Bewohner könnten ihr Zuhause immer von überall her kontrollieren. Aber Wohnen werde auch nachhaltiger und preiswerter, denn GDI-Studie feststellt.  Willkommen also im Haus der Zukunft!

Wichtige Rolle       

Politiker würden im Zusammenhang mit der Energiewende vehement eine intelligente Haussteuerung fordern. Zudem liessen sich Häuser und Wohnungen in Zukunft auch intelligenter bewirtschaften als bisher, was Mietern und Vermietern zugutekommen soll: Je mehr Dienstleistungen rund ums Haus übers Netz abgewickelt werden, desto attraktiver wird das intelligente Heim also für die Nutzer. Vernetzte Komfort-Services rund ums Objekt würden in Entscheidungsprozessen von Bauherren und Mietern einst ebenso eine wichtige Rolle spielen wie das Haus selbst.

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