Unter dem Motto „Wer sucht, der findet“ fand kürzlich die 23. ICT-Networking-Party 2026 im Kursaal Bern statt. Über 880 Fachpersonen und Entscheidungsträger aus der Schweizer ICT-Branche nutzten die Gelegenheit zum Austausch, zur Vernetzung und zur Inspiration sowie zum Staunen und Lachen.
Eröffnet wurde der Anlass von Vania Kohli, Gründerin und Veranstalterin der ICT-Networking Party, die das Publikum mit einer engagierten und herzlichen Begrüssung schwungvoll willkommen hiess. In ihrem Beitrag betonte sie die zentrale Rolle von Führung, Unternehmenskultur und Vielfalt im digitalen Wandel und machte deutlich, dass technologische Innovation nur dann nachhaltig ist, wenn der Mensch konsequent im Mittelpunkt steht.
Im Zentrum des Abends standen hochkarätige Referate von Judith Bellaïche, Präsidentin des Telekommunikationsverbandes Asut, Dr. med. Antje Rindlisbacher, Fachärztin für Gerichtsmedizin, Christian Kropf, Leiter Biowissenschaften am Naturhistorischen Museum Bern, sowie Simon Pierro, Deutschlands erster KI-Magier und international bekannt als iPad-Zauberer. Die Referierenden beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven die Auswirkungen der digitalen Entwicklung auf Wirtschaft, Gesellschaft sowie Mensch und Tier und sorgten damit für Spannung, neue Denkanstösse und Unterhaltung.

Schweiz als Knotenpunkt
Judith Bellaïche, Präsidentin des Telekommunikationsverbandes Asut bemerkte zum Motto Folgendes: „Eine Lebensweisheit, die manchmal stimmt und manchmal nicht“. Sie beleuchtete die Rolle der Digitalisierung für den Wirtschaftsstandort Schweiz und ging auf die Bedeutung von Rahmenbedingungen, Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und die Suche der Schweiz im digitalen Raum, ein. Die Schweiz sei auf der Suche, nach ihrer Rolle in der Welt, insbesondere auch im digitalen Raum – und das zu Recht: „In dieser unberechenbaren, unordentlichen und täglich nach Ordnung suchenden Welt ist die Suche nach der eigenen Position keine Lebensweisheit mehr, sondern ein strategisches Imperativ“, erklärte sie eindrücklich.
Täglich gelte es, sich neu auszubalancieren „wo wir uns anlehnen, wo wir eigenständig bleiben und wo wir schlicht mitgestalten müssen“. Sie stellt fest: Die Digitalisierung verändert die Logik, nach der Gesellschaften funktionieren.“ Für die Schweiz sei es entsprechend wichtig, ihre Rolle in der digitalen Welt zu finden, um Wohlstand, unsere Demokratie und unsere Freiheit zu bewahren. Die Schweiz könne als Knotenpunkt fungieren sowie als vernetzter, vertrauenswürdiger und hoch innovativer Digitalstandort, der mit einer chaotischen Welt Einfluss durch Stabilität und Qualität hat.

Der Alltag einer Rechtsmedizinierin
Dr. med. Antje Rindlisbacher thematisierte sehr anschaulich und auf lustige Art und Weise ihren Alltag als Rechtsmedizinerin und betonte, dass dieser wenig mit der Darstellung in TV-Krimis gemein hat. Entgegen medialer Klischees arbeiteten Rechtsmedizinerinnen in funktioneller Kleidung und mit dem Ziel, ihre Arbeit professionell und rücksichtsvoll gegenüber den Angehörigen auszuführen. Auch fachlich unterscheide sich die Realität deutlich von Film und Fernsehen. Die Bestimmung des Todeszeitpunkts sei eine der schwierigsten Aufgaben in der Rechtsmedizin und stets mit Unsicherheiten verbunden. Eine realistische Schätzung umfasse immer ein Zeitfenster von mehreren Stunden, wobei die Genauigkeit bei frisch Verstorbenen höher sei.
In ihrem mehr als spannenden und auch lustig präsentiertem Referat erläuterte die authentische Rechtsmedizinerin zudem die tatsächlichen Abläufe einer Obduktion. Dabei würden Organe entnommen, gewogen und Proben für weiterführende Untersuchungen analysiert. Die gewonnenen Befunde liefern Hinweise auf mögliche Todesursachen, etwa durch charakteristische Veränderungen an Organen oder Geweben. Rindlisbacher berichtete auch von der überraschenden Vielfalt der Fundorte, an denen sie bereits tätig war. Da sah man chaotische Wohnungen, Sommerwiesen und verschneite Strassen. Im echten Leben gibt es wohl kaum einen Ort, an dem man keine Leiche antreffen könnte. Das Publikum spannte gespritzt die Ohren und hat bei einigen Geschichten und Bildern Gänsehaut bekommen.

Ein Blick ins Reich der Tiere
Christian Kropf, Zoologe und Leiter Biowissenschaften am Naturhistorischen Museum Bern entführte darauf das Publikum ins Tierreich – wo es, ähnlich wie beim Menschen, vor allem um zwei Dinge geht: gutes Essen und guten Sex. Sie suchen angenehme Lebensfaktoren. Tiere haben dafür teils erstaunliche Sinnesorgane: Spinnen spüren jede Bewegung in ihrem Netz über die Beine – sie leben buchstäblich in einer Vibrationswelt.
Netzpythons dagegen folgen der Wärmespur von Beute und erkennen Temperaturunterschiede von Bruchteilen eines Grades, während sie ansonsten gemütlich herumliegen. Auch Täuschung gehört zum Alltag: Manche Spinnen imitieren Duftstoffe von Faltern, um potenzielle Partner hereinzulegen. „Der eine hat gefunden, was er suchte, der andere nicht“, kommentierte Kropf trocken.

Wenn aus KI Magie wird
Simon Pierro setzte dann einen kreativen Akzent mit Zauberkunst, welche Künstliche Intelligenz triff: In „Magie mit KI“ verband er auf der Bühne live Zauberkunst mit Algorithmen, Robotik und Zukunftstechnologien auf eine verblüffende und sehr lustige Art mit Zahlenspielereien, virtuellen Tattoos, telepathisch scheinende Berührungen und natürlich dem „Bier iPad“. Er zeigte anhand eindrücklicher Beispiele, wie Technologie, Innovation und Kreativität zusammenspielen und wie neue Technologien unsere Wahrnehmung und den Umgang mit digitalen Lösungen verändern. Mit dem Puzzle des Lebens berührte er das Publikum sichtlich – Veränderungen bringen neue Erfahrungen und neue Chancen.
Die thematisch bunt gemischten Referate haben Denkanstösse sowie praxisnahe Einblicke – mit grossem Staun- und Lachpotential geboten und eröffneten zudem neue Blickwinkel auf aktuelle ICT-Themen und die Digitalisierung mit AI. Die gruseligen Einblicke in den Referenten von Dr. Antje Rindlisbacher und Christian Kropf konnten aber dann doch nicht den Appetit auf das Abendessen mit viel Gesprächsthemen mindern. Im Anschluss netzwerkten die Teilnehmenden noch ausgiebig und tauschten sich über aktuelle Projekte und Trends aus.
Die nächste ICT-Networking Party findet am 21.1.2027 statt.





















