Die Home Electronics Branche versammelt sich vom 3. bis zum 5. September 2020 zur IFA in Berlin. Laut Veranstalter ist es für Hersteller und Händler die erste Möglichkeit seit dem Lockdown, sich wieder physisch zu begegnen und neue Produkte zu präsentieren.

Jens Heithecker begrüsste die internationale Fachpresse am 3. September zum Auftakt der IFA 2020 in Berlin. Es freue ihn sehr, dass die IFA dieses Jahr nun doch in besonderer Form stattfinden könne, obwohl damit im Frühjahr wohl kaum jemand gerechnet hätte. Obschon heutzutage vieles online ginge, sei die Branche nach wie vor auf diesen persönlichen Austausch angewiesen. Eine Konversation von Angesicht zu Angesicht sei immer noch das beste für Handelspartnerschaften. Die Produkte müssten ausserdem live vorgeführt werden, meinte der Executive Vice President Messe Berlin Group und IFA Executive Director.

Auch der gfu-Chairman of the Supervisory Board Kai Hillebrandt zeigte sich zufrieden über das Stattfinden der diesjährigen Messe. «Wir eröffnen der Home Electronics Industrie die erste Möglichkeit seit Ausbruch der Pandemie, neue Produkte und Lösungen live zu präsentieren», sagte er stolz. Die Branche habe sich im ersten Halbjahr 2020 als sehr resilient erwiesen. Sie liefere eine breite Palette an Produkten, die für das Leben zuhause notwendig seien. Ausserdem prognostizierte er der Branche auch für die zweite Hälfte des Jahres eine positive Entwicklung.

Die Herausforderungen der Pandemie bewältigen

«Das Konsumentenverhalten hat sich während der Pandemie drastisch geändert. Diesen Veränderungen hätte sich die Branche eh früher oder später stellen müssen. Durch Covid-19 wurde diese Entwicklung jedoch rapide beschleunigt», ergänzte GfK-CEO Peter Feld. Um ihren Klienten ein Tool an die Hand zu geben, um mit den neuen Herausforderungen des Multi-Channelings besser umzugehen, habe GfK die Plattform GfKnewron ins Leben gerufen.

Auch Hersteller wie Qualcomm, LG, BSH, Schneider Electric und Huawei äusserten sich zu den Entwicklungen der letzten Monate. Qualcomm-Präsident Cristiano Amon etwa unterstrich den hohen Nutzen der 5G-Technologie. Über zehn Jahre habe es gedauert, bis 5G ausgereift gewesen sei. Doch nun sei man endlich soweit und seit der IFA 2019 hätten bereits 80 Betreiber in 40 Ländern ein 5G-Netz ausgebaut. Doch um ein 5G-Netz nutzbar zu machen, brauche es auch 5G-Geräte. Qualcomm habe daher den Prozessor Snapdragon 8cx Gen 2 5G entwickelt und unterhalte Partnerschaften mit Firmen wie HP, Microsoft, Acer, Fujitsu, Bosch und Siemens.

Dr. IP Park, Präsident und CTO bei LG Electronics, wies ebenfalls auf die neuen Herausforderungen hin, die das Coronavirus mit sich bringt. Um den gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, hätte LG unter anderem eine True Steam Technology für Trockner und Geschirrspüler entwickelt, die eine Vielzahl von schädlichen Bakterien abtöte. Ausserdem habe LG neu die PuriCare-Maske, einen tragbaren Luftreiniger, sowie eine smarte Thermalkamera im Angebot.

Das Smart Home als Ort der Sicherheit und des Komforts

Doch auch in Sachen Smart Home sei LG im vergangenen Jahr nicht untätig gewesen. So habe das Unternehmen etwa den LG ThinQ Home Concierge entwickelt. Dieser diene als Schnittstelle für alle angeschlossenen Geräte und kontrolliere alle Sensoren eines Hauses. Darüber hinaus könnten Nutzer mit dem Concierge auch ihre Familienmitglieder zum Essen rufen.

Matthias Ginthum, Chief Marketing Officer bei BSH, hob ebenfalls die neu errungene Bedeutung des eigenen Zuhauses und insbesondere der Küche hervor. Zum einen wolle man bei BHS die Küche und das Zuhause smarter und komfortabler machen, zum andere formulierte Ginthum das Ziel der BSH, bis zum Ende des Jahres CO2-neutral zu werden.

Manish Pant, Executive Vice President – Home & Distribution Division bei Schneider Electric, schlug in dieselbe Kerbe, als er, zusammen mit Christophe Melle und Yan Golaz, die Wiser-App vorstellte. Mit Wiser könnten alle angeschlossenen Devices kontrolliert, das Zuhause sicherer und energieeffizienter gemacht werden.

Zukunftsvisionen in einer Zeit des Wandels

Huawei war das einzige vertretene Unternehmen, das im Gegensatz zu den anderen keine neuen Produkte vorstellte, sondern stattdessen über seine Visionen für die Zukunft sprach. Das Unternehmen wolle seine Präsenz in Europa stärken und dazu insgesamt 50 neue Stores auf dem Kontinent eröffnen.

Zu guter Letzt richtete Warren Saunders, GfK-President Strategic Acounts, ein Wort der Warnung an das Publikum. Obschon sich zurzeit vieles ändere, hiesse das nicht, dass alles, was sich bisher bewährt hatte, über den Haufen geworfen werden sollte. Der traditionelle Retail beispielsweise werde auch in Zukunft eine wichtige Rolle für die Konsumenten spielen. Händler sollten daher nicht ausschliesslich auf den Onlineverkauf setzen, sondern weiterhin im stationären Handel vertreten bleiben. Ausserdem sollten keine Lösungen gesucht werden, wo es keine Probleme gebe.