Die Schweiz produzierte im vergangenen Jahr mit 11.5 kg Elektroschrott pro Einwohner 3 % mehr als im Vorjahr und damit einen neuen Rekord. Die Recyclingkosten steigen und 2026 wurden die Gebühren für Kleingeräte erhöht. SENS eRecycling verstärkt die Sensibilisierung für Kreislaufangebote und kritisiert die in- und ausländischen Trittbrettfahrer, die keine Abgaben bezahlen.
104’751 Tonnen Elektrogeräte wurden im letzten Jahr in 17 Recyclingunternehmen, die dem SENS-Netzwerk angeschlossen sind, zerlegt und rezykliert. Das ist eine Rücklaufquote von etwa 90 %. Die durchschnittliche Recyclingquote der wiederaufbereiteten Materialien lag bei 75%. Die Sammlungen erfolgen über 634 öffentliche Sammelstellen (+4%) und 1’557 Hersteller und Importeure (+6%).
Unterwanderung schadet dem Finanzierungsmodell
«Unser Netzwerk hat sich seit der Gründung vor über 35 Jahren stark entwickelt und zählt heute international zu den effizientesten Rücknahmesystemen», erklärt der Geschäftsführer von SENS eRecycling Pasqual Zopp. «Es beruht auf Freiwilligkeit, Solidarität und Selbstverantwortung.» Wenn sich mangels gesetzlicher Grundlage immer mehr in- und ausländische Händler weigern, die Gebühr zu bezahlen, gerät das System in Schieflage. Die Freiwilligen zahlen dann auch für die Trittbrettfahrer, die sich und ihren Kunden dadurch einen Preisvorteil verschaffen. «35% der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten würden Elektrogeräte eher oder sehr wahrscheinlich im entfernten Ausland kaufen. Vielen ist dabei nicht bewusst, dass bei diesen Käufen der vRB fehlt und sie dadurch das Finanzierungssystem von SENS eRecycling gefährden», erklärt die Präsidentin Susanne Vincenz im aktuellen Geschäftsbericht von.
Massnahmen für langfristige Finanzierung
Zur langfristigen Finanzierung des Systems setzte SENS eRecycling diverse Massnahmen um. «Für die Haushaltsgrossgeräte haben wir ein neues Prognosemodell entwickelt sowie für jeden unserer Fonds neue, differenzierte Fondsgrenzen eingeführt», erklärt Geschäftsführer Pasqual Zopp. Die Gebühren für Kleingeräte wurden nach einer Analyse der Einflussgrössen auf den 1. Januar 2026 erstmals erhöht. «Höhere Entsorgungskosten durch die steigende Miniaturisierung und Komplexität der Geräte, ein erhöhtes Brandrisiko durch die Zunahme an Lithium-Ionen-Akkus sowie sinkende Wertstoffausbeuten bei gleichzeitig steigenden Lohn-, Treibstoff- und Energiekosten machten diese Anpassung notwendig», sagte Pasqual Zopp.

SENS-Rücknahmesystem. Bild zVg
Gezielte Sensibilisierung für Kreislauflösungen
Man möchte aber nicht nur Altgeräte recyceln, sondern durch eine bessere Information die Kreislaufangebote Reparatur, Weiterverkauf und Recycling steigern. Dazu lieferte eine von SENS eRecycling in Auftrag gegebene Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) vertiefte Erkenntnisse. Durch entsprechende Kommunikationsmassnahmen konnte das fachgerechte E-Zigaretten-Recycling von 16% (2024) auf 28% (2025) erhöht werden. Leider landet der grosse Teil dieser Geräte immer noch im Abfall.
Nach eineinhalb Jahren Projektarbeit legte SENS eRecycling im Berichtsjahr die gemeinsam mit Swissolar und der Berner Fachhochschule erarbeiteten Grundlagen für die Wiederverwendung von Photovoltaikmodulen vor. Diese zeigen, dass die Wiederverwendung ökologisch klare Vorteile bringt, wirtschaftlich aber die Rentabilität aufgrund der niedrigen Preise für Neumodule eine Herausforderung darstellt.
Weiterführende Informationen, Zahlen und Fakten zum Geschäftsjahr 2025 finden Sie unter www.sens.ch/2025.




















