Der digitale Produktpass kommt. Bis auf einzelne Ausnahmen wie die Lebensmittel- und Pharmaindustrie werden über kurz oder lang alle Branchen betroffen sein. Genau dazu organisierte das Hightech Zentrum Aargau eine praxisnahe Informationsveranstaltung.
Das Hightech Zentrum Aargau unterstützt Unternehmen bei ihren Innovationsprojekten. Aber eben nicht nur: «Die Wissensvermittlung zu technologierelevanten Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen gehört auch zu unserem Auftrag», erklärt Reto Eggimann, der Fachverantwortliche Kreislaufwirtschaft beim HTZ. Deshalb fanden in Brugg bereits Veranstaltungen zu den fluorierten Verbindungen PFAS, zur Zulassung von Medizinprodukten oder zur Verpackungsverordnung der EU statt.
Letzte Woche liessen sich nun rund 50 Besuchende über den digitalen Produktpass (DPP) informieren. Der DPP bildet einen Eckpfeiler des so genannten «European Green Deal», der den europäischen Binnenmarkt bis 2050 kreislauffähig und klimaneutral machen soll. Der digitale Pass muss für jedes Produkt online abrufbar sein. Enthalten soll er maschinenlesbare Daten zu den verwendeten Stoffen.
Handelshemmnisse für Schweizer Unternehmen vermeiden
Im Eingangsreferat informierte Paula Wey vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco über den Stand der Dinge in Bundesbern. Die ersten Gesetzesvorlagen sollen noch dieses Jahr in die Vernehmlassung gehen. Geklärt werden muss unter anderem, ob die Schweiz eine DPP-analoge Lösung kreiert oder ob sie sich dem europäischen System anschliesst. Das primäre Ziel sei es, so Wey, Handelshemmnisse für Schweizer Unternehmen zu vermeiden. Dass der DPP nicht nur eine regulatorische Pflicht ist, sondern zu einer Chance werden kann, betonten Vertreter der Beratungs- und Softwarebranche. Insbesondere im Bereich Kundenbindung habe der «Datencontainer» DPP viel Potential.
Abschliessend gaben der Elektromotorenhersteller Maxon Group und der Baumaterialhersteller Creabeton Einblicke in ihre betrieblichen Vorbereitungen auf die DPP-Einführung. Das Fazit beider Unternehmen war klar: Die zentrale Herausforderung ist die Zusammenführung und Aufbereitung der erforderlichen Daten. Im Februar 2027 wird der digitale Produktpass für Batterien in Autoantrieben und Stromspeichermodulen obligatorisch. Danach soll die DPP-Pflicht schrittweise auf andere Produktegruppen ausgedehnt werden. Für den HTZ-Innovationsexperten Reto Eggimann ist deshalb klar: «Wir bleiben dran an dem Thema».






















