Recyclingprozess bei Immark, Regensdorf, exklusiv fotografiert für Stiftung SENS, Januar 2019. Quelle: SENS.
Recyclingprozess bei Immark, Regensdorf, exklusiv fotografiert für Stiftung SENS, Januar 2019. Quelle: SENS.

Im vierten Jahr in Folge hat SENS eRecycling 2023 in der Schweiz über 10 kg ausgediente Elektro- und Elektronikgeräte pro Einwohnerin bzw. Einwohner gesammelt. Das sind fast 95 000 Tonnen.

Im Berichtsjahr neu hinzugekommen sind die Sammlung, der Transport sowie das Recycling von E-Zigaretten sowie Wärmepumpen. Während die Einnahmen aus Beiträgen der vorgezogenen Recyclinggebühr von Haushaltsklein- und Grossgeräten sowie Kühlgeräten rückläufig sind, steigt der Fonds für das Recycling von Photovoltaik-Modulen rasant. Damit ist SENS eRecycling gerüstet, um in Zukunft die erwarteten Mengen an ausgedienten Photovoltaik-Modulen zu bewältigen.

Im Jahr 2023 hat SENS eRecycling insgesamt 92 874 Tonnen Geräte in ihrem schweizweiten Rücknahmesystem für ausgediente Elektro- und Elektronikgeräte gesammelt. Das sind durchschnittlich 10,36 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner und 3% mehr als im Jahr 2022. Während im Berichtsjahr die gesammelten Mengen bei den Haushaltskleingeräten (+7%), bei den Haushaltsgrossgeräten (+2%), den Leuchten (+13%) sowie Leuchtmitteln (+10%) zunahmen, blieben die gesammelten Mengen an Kühl-, Klima- und Kompressorgeräten weitgehend stabil.

Entgegen dem längerfristigen Trend brach im Jahr 2023 die Menge an gesammelten Photovoltaik-Modulen vorübergehend ein (–19%). «Das hat damit zu tun, dass 2022 überdurchschnittlich viele Photovoltaik-Module aufgrund von Hagelschäden entsorgt werden mussten. Im Berichtsjahr hat sich nun die gesammelte Menge wieder auf das Niveau von 2021 eingependelt», erklärt der Geschäftsführer von SENS eRecycling, Pasqual Zopp. «In den kommenden Jahren wird diese Menge stark zunehmen, da immer mehr Photovoltaik-Module, die vor rund 20 Jahren auf Dächern in der Schweiz installiert wurden, an ihr Lebensende kommen werden.»

 

Bauboom in der Solarbranche beschert Zunahme

Wegen des Baubooms in der Solarbranche (+ 40% pro Jahr) werden aktuell noch immer deutlich mehr PV-Module installiert als retourniert. Entsprechend nimmt der von SENS eRecycling verwaltete Recycling-fonds für Photovoltaik weiterhin stark zu. «Damit ist die Finanzierung des Recyclings von Photovoltaik-Modulen nachhaltig sichergestellt», bestätigt Pasqual Zopp. «Auch dann, wenn wir statt 1 000 Tonnen in den kommenden Jahren ein Vielfaches davon verarbeiten werden müssen.» Dennoch ist sich die privatwirtschaftlich organisierte Stiftung der künftigen Herausforderung bewusst.

Im vergangenen Jahr hat SENS eRecycling deshalb gemeinsam mit der Berner Fachhochschule sowie Swissolar und weiteren Partnern aus der Solarbranche das Projekt Swiss PV Circle initiiert. «Unser gemeinsames Ziel ist, Geschäftsmodelle für die Wiederverwendung von PV-Modulen zu entwickeln. Damit wollen wir die Lebensdauer der Module verlängern, die Mengen an entsorgten PV-Modulen reduzieren sowie die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche weiter stärken», erklärt Pasqual Zopp. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.pv-circle.ch

 

Kennzahlen zu Wärmepumpen und E-Zigaretten

Erstmals hat SENS eRecycling im aktuellen Geschäftsbericht auch Kennzahlen zur Sammlung von Wärmepumpen sowie E-Zigaretten ausgewiesen. Insgesamt verzeichnete SENS eRecycling einen Rücklauf von 50 Tonnen Wärmepumpen sowie 16 Tonnen E-Zigaretten im Jahr 2023. Beide Branchenlösungen sind seit dem 1. Juli 2023 in Kraft. Eine schweizweite Lösung für eine umweltgerechte Entsorgung drängte sich vor allem bei den E-Zigaretten auf, da durch den steigenden Konsum insbesondere von Einweg-Vapes diese oft im Abfall entsorgt statt dem Recycling zugeführt wurden. Dank der Einführung von Vape Recycling Bags bietet SENS eRecycling nun sowohl dem Handel als auch Behörden sowie Konsumentinnen und Konsumenten eine einfache Lösung, um E-Zigaretten schweizweit umweltgerecht zu entsorgen. Mehr Informationen zur neuen Branchenlösung und der dazugehörigen Sensibilisierungs-kampagne für das Recycling von E-Zigaretten finden Sie unter: www.vape-recycler.ch

 

Wie das SENS-Rücknahmesystem funktioniert

Die Teilnahme am SENS-Rücknahmesystem ist für Importeure, Hersteller, Fachhändler oder Installateure freiwillig. Partner, die Teil des SENS-Netzwerks sind, erheben einen vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) auf dem Kaufpreis eines neuen Elektrogeräts und zahlen den Betrag in einen dafür vorgesehenen Fonds von SENS eRecycling ein. Mit diesem finanziert SENS eRecycling anschliessend den Transport sowie die Sammlung und nachhaltige Entsorgung der elektronischen und elektrischen Gerät. Dank des vorgezogenen Recyclingbeitrags (vRB) können Konsumentinnen und Konsumenten ihre ausgedienten elektrischen oder elektronischen Geräte schweizweit kostenlos an den SENS-Sammelstellen zurückgeben oder überall dort, wo typenähnliche Produkte gekauft werden können.