Forschung und Industrie haben nach intensiver Zusammenarbeit Grundlagen und Instrumente zur Wiederverwendung von gebrauchten Solarmodulen geschaffen. Mit dem Swiss PV Circle Projekt will man Ressourcen schonen und die Kreislaufwirtschaft im Solarsektor verbessern.
Nach dem starken Wachstum der Solarbranche stellt sich immer mehr die Frage, was mit ausgedienten Photovoltaikmodulen geschehen soll. Etwa die Hälfte der entsorgten Module sind noch funktionsfähig. SENS eRecycling, Swissolar und die Berner Fachhochschule verfolgten mit weiteren Partnern aus der Solar- und Energiebranche das Ziel, die Lebensdauer von Photovoltaik-Modulen zu verlängern.
Politik ist gefordert
Als Ergebnis liefern die Projektpartner praxisnahe Instrumente, technische Grundlagen und Marktanalysen. An die Politik werden konkrete Empfehlungen gerichtet, um die Wiederverwendung langfristig zu gewährleisten. Erwünscht sind bessere Rahmenbedingungen, um eine funktionierende Wiederverwendung zu gewährleisten. Als finanzielle Anreize schlagen die Initianten einen vorgezogener ReUse-Beitrag analog zum bestehenden Recyclingbeitrag oder einen ReUse-Bonus im bestehenden Fördersystem vor sowie die Einführung eines schweizweiten Label- und Zertifizierungssystems.
Damit soll Vertrauen geschaffen und die geprüfte Qualität sichtbar gemacht werden. Zur Unterstützung der Rückverfolgbarkeit und Kreislaufstrategie sollen bei Installation und Rückbau systematisch Daten erhoben werden. Erwähnt wird dabei auch ein digitaler Produktpass. Ein Prognosemodell berechnet bis 2050 einen Rücklauf von 23 000 bis 90 000 Tonnen PV-Modulen.

Praxisnahe Lösungen
Neben politischen Empfehlungen leistet Swiss PV Circle technische und praktische Pionierarbeit. Für ausgediente Module wird die frühzeitige Einschätzung der passenden Kreislaufstrategie abgegeben und Installateure erhalten einen detaillierten Leitfaden für die Weiterverwendung der Module. Ökologisch ist die Wiederverwendung sinnvoll. Es werden Ressourcen geschont und Abfälle reduziert. Da Neumodule immer billiger werden, ist die Wirtschaftlichkeit wie bei anderen niedrig oder gar nicht gegeben. Eine Marktanalyse zeigt, dass gebrauchte Module aktuell vor allem in kleineren Anwendungen wie auf Balkonen oder in Schrebergärten eingesetzt werden. Für eine breitere Akzeptanz sind geprüfte Qualität, eine hohe Restleistung der Module sowie attraktive Preise entscheidend.





















