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Nutanix hat seine aktuelle Enterprise-Cloud-Index-Studie vorgestellt und dabei wichtige Produktneuheiten angekündigt. Die Kernbotschaft lautet: KI-Anwendungen müssen näher ans Unternehmen rücken und treiben Infrastrukturfragen voran – Edge-Einsatz und Bare Metal gewinnen an Bedeutung, Schatten-KI und Governance werden zu kritischen Themen. Entsprechend präsentierte Nutanix NKP Metal (Bare-Metal-Kubernetes), erweiterte seine Agentic-AI-Plattform für KI-„Neoclouds“ und kündigte eine umfassende Hybrid-Cloud-Offensive an. Das ist auch für Schweizer Entscheider relevant, denn in der DACH-Region teilen viele Firmen die deutschen Schwerpunkte auf Industrie, Datenhoheit und Performance.

Das achte Jahr in Folge hat Nutanix eine globale Studie in Auftrag gegeben, um den aktuellen Stand zu Cloud-Nutzung, Containerisierung und Bereitstellung von GenAI-Anwendungen zu ermitteln. Zu diesem Zweck hat Wakefield Research im November
2025 die Antworten von 1’600 Cloud-, IT- und Entwicklungsverantwortlichen – darunter 100 aus Deutschland – Containerisierung und Bereitstellung von GenAI-Anwendungen ab Manager-Ebene aufwärts eingeholt. Die Befragten stammten aus Unternehmen mit
mindestens 500 Mitarbeitern in Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Indien, Italien, Japan, Mexiko, den Niederlanden, dem Königreich Saudi-Arabien, Singapur, Spanien und den Vereinigten Staaten. Die Studienergebnisse und vollständige achte Ausgabe des Enterprise Cloud Index sind auf der Nutanix-Website abrufbar.

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Die Diskussion um den KI-Hype grosser Public Clouds bekommt Risse: Deutsche Entscheider nennen in der Studie als oberstes Ziel eine schnellere Entscheidungsfindung (64 %) und wollen KI-Anwendungen näher an den Ort der Aktion rücken. 81 % geben an, KI über Managed Services zu beziehen, 61 % betreiben sie On-Premise im eigenen Rechenzentrum und – worauf es ankommt – 62 % am Edge (etwa in Werkshallen oder Filialen). Netzwerknähe und geringe Latenz sind mit 81 % das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Einsatzortes. Wer beispielsweise Bildanalysen in der Fabrik oder Vor-Ort-KI-Assistenten in Filialen einsetzt, verlagert logischerweise die Rechenleistung an den Rand. Dies deckt sich mit Marktprognosen. Laut Industry-Analysten (IDC) und Cloud Natives (CNCF) sind Edge Intelligence, integrierte Daten-Governance und standardisierte Container-Orchestrierung 2026 die neuen Erfolgsfaktoren. Die Cloud bleibt wichtig, ist aber nicht mehr „the only game in town“.

Thomas Herrguth, General Manager Deutschland Nutanix und Beat Müller, Technical Director Switzerland & Austria Nutanix 

Bare Metal kehrt zurück

Bare Metal ist keine Unterordnung des Heavy Metal, sondern bezeichnet in der IT physische Hardware, die exklusiv von einem Nutzer (Single Tenant) verwendet wird – ohne Virtualisierungsschicht (Hypervisor) oder vorinstalliertes Betriebssystem. Dabei handelt es sich um dedizierte Server, die volle Kontrolle, hohe Leistung und Sicherheit bieten, da Ressourcen nicht mit anderen geteilt werden (nicht jeder ist ein Nerd). Denn der zweite Blick der Studie fällt auf die Infrastruktur: Jeder fünfte befragte CIO (20 %) setzt KI-Workloads ausschliesslich auf Bare Metal, also ohne Virtualisierung. Weitere 66 % nutzen eine Mischung aus Bare Metal und VMs. Reine Cloud-Argumente wie „Alles wird Container“ greifen hier fehl. Denn GPUs und spezialisierte KI-Beschleuniger mögen dedizierte Server – und die Kosten pro Inferenz machen jeden Overhead spürbar. Gerade in Edge-Szenarien zählt jede Zehntelmillisekunde. Folgerichtig kündigte Nutanix sein NKP Metal an. Bare-Metal-Kubernetes soll sich genauso verwalten lassen wie Container-Cluster, jedoch ohne die Verschwendung durch Virtualisierung. So gewinnt man Leistung und senkt Kosten. Ein Punkt, den sogar Kubernetes-Experten wie die CNCF-Community bestätigen. Solche „goldenen Pfade“ zu performantem KI-Einsatz sind dringend nötig.

Schatten-KI und Souveränität sind die neuen Bremser

Weitaus überfälliger ist allerdings das Thema Governance. Die Studie zeigt, dass 85 % der deutschen Firmen bereits mit Schatten-KI (unerlaubte KI-Tools im Selbstversuch) konfrontiert sind und 78 % darin Risiken für Datenschutz und Compliance sehen. Bei 77 % erschweren organisatorische Silos die KI-Ausrollung. Mit anderen Worten: Der Engpass liegt nicht in Chips, sondern im Management. Entsprechend führen 95 % digitale Souveränität als Priorität an – aber als Mittel zum Zweck, nicht als Selbstzweck.

In dieser Hinsicht stehen deutsche IT-Verantwortliche an vorderster Front in der EU: Der KI-Gesetzesrahmen (AI Act) wird 2026/27 schrittweise eingeführt, und Unternehmen müssen sich diesem unternehmerisch stellen. Das belastet auch Schweizer Anbieter, die für EU-Kunden arbeiten. Zusammengefasst: Schweizer Firmen können zuschauen, wie sich ihr deutscher Nachbar für den KI-Betrieb rüstet – ob mit eigenen Rechenzentren, Edge-Standorten oder strikter Datenhoheit – und davon lernen.

Infrastruktur fürs KI-Zeitalter 

Was hat das alles mit den jüngsten Nutanix-Ankündigungen zu tun? Ganz klar: Nutanix spinnt aus den Schmerzpunkten ein komplettes Konzept. Agentic AI etwa ist als Full-Stack-Softwarelösung für KI-Fabriken gedacht. Sie erweitert die Nutanix-Plattform um Services wie GPU-as-a-Service, Models-as-a-Service und eine dedizierte Plattform für autonome Agenten. Das Ziel dahinter ist, die Komplexität zu reduzieren, Leistung und Sicherheit zu optimieren und vor allem den Token-Kosten gerecht zu werden („Our infrastructure enhancements help achieve lower predictable cost per token.“). In Kombination mit einem Multi-Tenant-Portal können Neocloud-Provider (Next-Gen-KI-Clouds) GPU-Cluster und KI-Plattformen selbst bereitstellen und dabei die Datenhoheit garantieren. Für die IT-Abteilungen bedeutet das mehr Kontrolle: Sie gewinnen Transparenz über Modelle, Infrastruktur und Workloads und müssen sich nicht selbst um Hardware oder Lizenzmodelle kümmern.

Parallel dazu läuft die Service-Provider-Offensive: Mit „Service Provider Central“ entsteht eine zentrale Konsole für Hosting-Partner, die einem Nutanix-App-Store für Clouds ähnelt. Jeder Provider erhält eine eigene, domänenbezogene Infrastruktur, behält aber nutanix-typisch den Überblick. Dies kommt gerade recht für Anbieter, die durch die Broadcom-/VMware-Änderungen aus dem VCSP-Programm gefallen sind. Eine kürzlich erschienene Reuters-Analyse bemängelt, dass viele europäische Cloud-Anbieter dadurch unter Druck geraten (CISPE-Klage). Nutanix antwortet darauf mit zusätzlichen Migrationsprogrammen und Validierungslabels, die MSPs dabei helfen sollen, zu wechseln und gleichzeitig profitable Multi-Tenant-Angebote bereitzustellen.

Ein weiterer Baustein ist die Speicher-Allianz: Anfang April schlossen Nutanix und NetApp eine strategische Partnerschaft. Sie erlaubt es erstmals, NetApp-ONTAP-Speicher als externen Speicher an Nutanix-Rechner anzuschliessen. Der Praxiseffekt: Rechenpower und Speicher lassen sich unabhängig voneinander skalieren, bestehende SAN-Investitionen bleiben nutzbar und Migrationen werden verkürzt. Zusammen mit der Plattformvision signalisiert Nutanix, dass es nicht nur um „mehr als VMware“ geht, sondern um eine durchgängige Modernisierung des Rechenzentrums. Ein Deal mit AMD komplettiert das runde Bild: Gemeinsam wollen Nutanix und AMD eine offene Komplettlösung für Enterprise AI bauen. AMD bringt Chip- und GPU-Hardware (EPYC-Prozessoren, Instinct-Beschleuniger, ROCm-Software) sowie eine Investition von bis zu 250 Millionen US-Dollar ein. Kurz gesagt positioniert sich Nutanix somit als Kontrollturm der KI-Infrastruktur, frei von marktdominanten „Blackbox“-Stack-Konzepten.

Die Essenz für Schweizer Unternehmen

Was können Schweizer Firmen daraus lernen? Primär dies: Deutschland ist keine Ausnahme, sondern mit seiner Mischung aus Mittelstand und Industrie ein Musterbeispiel. Österreichs Industrieanteil liegt bei 15,1 % des BIP, in der Schweiz sogar bei 17,7 %. In solchen Volkswirtschaften sind lange Lieferketten, viele Produktionsstandorte und strenge Regulierungen Teil des Alltags. Entsprechend drücken lokale IT-Entscheider ähnliche Knöpfe: Edge-Standorte, hybride Clouds, Multi-Tenant-Architekturen und strenge Datenschutzkonzepte. Schweizer Konzerne und KMU sollten also beobachten, wie KI in Deutschland institutionalisiert wird. Wo wird Infrastruktur aufgebaut, wie wird Governance geregelt, und welche Clouds oder Provider-Angebote liefern tatsächlich einen Mehrwert?

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