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2 Stunden und 30 Minuten nutzen Jugendliche in der Schweiz ihr Mobiltelefon täglich.

Ein lückenloser und leistungsfähiger Mobilfunkempfang im Zug ist laut Swisscom ein zentrales Kundenbedürfnis. Mit datenintensiven Anwendungen stiegen auch die Ansprüche an die Bandbreite. Swisscom hat nun in einem Test erfolgreich über 1 Gigabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit in einen fahrenden Zug gebracht, wie der Telco mitteilt.

Was tun die meisten Passagiere im Zug mit ihren Handys? Sie checken nicht nur ihre Mails und lesen Zeitung, sie streamen Videos, spielen Online-Games oder arbeiten im virtuellen Büro. Das braucht viel Bandbreite und Kapazitätsengpässe machen sich hier laut Swisscom besonders störend bemerkbar. Seit mehr als zehn Jahren forscht und arbeitet ein Team bei Swisscom laut einer Medienmitteilung an der stetigen Verbesserung der Mobilfunkversorgung für Bahnreisende und Pendler.

Mit der Erfindung von speziellen mobilfunksignaldurchlässigen Fensterscheiben sei es gelungen, die Mobilfunkversorgung ohne zwischengeschaltete Komponenten direkt in den Zug zu bringen. Die Mobilfunkversorgung entlang der Zugstrecken bleibe aber weiterhin eine Herausforderung, weil unter den gleichen Bedingungen mit jeder Mobilfunkgeneration viel mehr Daten übermittelt würden. Eine mögliche Lösung dafür sei ein eigens konzipierter Antennenkorridor entlang der Bahntrassen.

Teststrecke am Walensee

Am Walensee sei Swisscom nun auf einer Teststrecke zwischen Biberlikopf und Kerenzerberg mit einem neu konzipierten Antennenkorridor von vier Kilometern Länge der grosse Durchbruch gelungen: Die Ingenieure von Swisscom hätten eine Verbindung mit 1.2 Gigabit pro Sekunde in einem fahrenden Zug erreicht.

Christoph Aeschlimann, Leiter IT, Network & Infrastructure, Swisscom sagt: «Das Konzept hat Vorbildcharakter für die weltweite Mobilfunkbranche. Noch vor einem Jahr,wussten wir nicht,ob es möglich ist.Nun haben wir eine Lösung für eine stabile und zuverlässige Versorgung der Passagiere und gewinnen wichtige Erkenntnisse für sicherheitsrelevante Anwendungen im Bahnverkehr». Ein weiterer positiver Nebeneffekt sei die tiefere benötigte Sendeleistung, weil die Distanzen zwischen Antennen und Geräten kürzer seien.

Wie geht es nun weiter?

Nach der Auswertung der Ergebnisse werde der Testkorridor weiter optimiert und mit Messungen im ersten Quartal 2021 validiert. Das langfristige Ziel sei eine lückenlose Mobilfunkabdeckung entlang der Hauptachsen für alle Mobilfunknutzer und -anbieter der Schweiz. Swisscom habe mit dem Antennenkorridor einen umsetzbaren Lösungsansatz entwickelt, der auch den anderen Providern offenstehe.