Der Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) analysiert die Verkaufsstatistik des ersten Halbjahres 2020. Während sich die Stückzahlen bei den Haushaltsgrossgeräten praktisch unverändert auf Vorjahresniveau bewegten, verzeichneten die Kleingeräte laut FEA einen leichten Rückgang.

Es zeigt sich, dass die Corona-Pandemie die Verkäufe mit einem Rückgang von insgesamt 1.1 Prozent weitaus weniger negativ belastet hat, als bisher angenommen, teilt FEA nach einer Analyse der Verkaufsstatistik des ersten Halbjahres 2020 mit. Die Resultate der jüngsten FEA Marktstatistik-Erhebung bestätigen laut Mitteilung, dass die Verkaufszahlen bei den Haushaltgrossgeräten mit einem Plus von 343 Geräten (+0.04 Prozent) nahezu identisch sind wie diejenigen vom Vorjahr. Das Total aller Verkäufe von Haushaltgrossgeräten sei zwar unverändert, dennoch verzeichneten 60 Prozent der Gerätearten dieser Kategorie einen Rückgang in der Bandbreite von -0.8 Prozent bis -7.1 Prozent. Am stärksten davon betroffen seien Dunstabzugshauben (-7.1 Prozent) gefolgt von Glaskeramik-Kochfeldern (-3.7 Prozent). Diese teils deutlichen Einbrüche würden vollständig durch die Zunahme der Gefriergeräte (23 Prozent), Steamer (+2.6 Prozent), Geschirrspüler (+2.3 Prozent) und Kühlschränke (+1.3 Prozent) kompensiert. Auffallend sei die überdurchschnittlich hohe Zunahme bei den Gefriergeräten, womöglich weil das Bedürfnis nach einer grösseren Ansammlung von Vorräten in einer Krisenzeit gestiegen sei.

Konsumenten wollen ihre Brötchen selber backen

Die im FEA zusammengeschlossenen Firmen hätten im ersten Halbjahr 2020 leicht weniger Haushaltskleingeräte verkauft als ein Jahr zuvor. Ausreisser hätte es insbesondere bei Gerätekategorien mit geringen Stückzahlen wie Glacémaschinen (+16.4 Prozent), Tischbacköfen (+13.3 Prozent), Dampfgargeräten (-11.2 Prozent) und bei den Brotbackautomaten mit einem beachtlichen Plus von 165.5 Prozent gegeben. Nebst Letzterem hätten auch die Klimageräte mit +35 Prozent einen starken Anstieg der Verkäufe verzeichnet, wobei diese Kategorie im FEA nicht repräsentativ vertreten sei.

Bei Geräten mit Stückzahlen von über 100’000 Einheiten hätten sich zum Teil auch nennenswerte Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ergeben. Demgemäss seien die Verkäufe von Bügeleisen um 17 Prozent auf 119’600 Stück gesunken. Verloren hätten auch Kaffeeautomaten mit einem Rückgang gegenüber Vorjahr von 10.4 Prozent auf 24’600 Stück. Insgesamt erzielten die Haushaltkleingeräte inklusive Wasserwärmer laut FEA im ersten Halbjahr 2020 einen Rückgang von 1.4 Prozent. Weitere Schwankungen seien durchaus möglich, weil sich in Krisenzeiten die Prioritäten des Konsums veränderten.

Die im FEA zusammengeschlossenen Firmen gaben im Rahmen des jüngsten FEA Konjunkturbarometers an, dass sie sich zwar im zweiten Quartal insgesamt gut gehalten haben, sich jedoch auf tiefem Konjunkturniveau befänden. Die Fortsetzung dieser getrübten Wirtschaftslage in der Haushaltsgerätebranche sei auch im nächsten Quartal zu erwarten. Sollte die Pandemie jedoch einen plötzlich unerwartet negativen Verlauf nehmen, so dürften auch diese abgegebenen Prognosen zu optimistisch sein.