Markus Bierl
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Unsere Sponsoren

Markus Bierl wurde im Oktober 2024 zum DSAG-Fachvorstand für die Schweiz gewählt. In dieser ehrenamtlichen Tätigkeit legt er den Schwerpunkt Themen wie S/4HANA, RISE with SAP und den Einsatz für KMU.

Hauptberuflich arbeitet der 61-jährige Wirtschaftsingenieur seit über zehn Jahren als CIO bei Franke, Hersteller und Anbieter von Lösungen und Ausstattungen für die Haushaltsküche sowie für die professionelle Systemgastronomie und Kaffeezubereitung. Lesen Sie im folgenden Interview, was er als DSAG-Fachvorstand erreichen möchte.

 

Insidenews: Markus Bierl, Sie sind seit Oktober 2024 der neue DSAG-Fachvorstand für die Schweiz, was möchten Sie erreichen?

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Ich möchte die Interessen der Schweizer SAP-Anwender:innen vertreten und spürbare Ergebnisse erzielen. Wichtig ist mir dabei ein gutes Verhältnis zu den Anwendern, aber auch zu SAP – denn zum Ziel kommt man nur gemeinsam und am besten am runden Tisch. Speziell möchte ich mich für KMU einsetzen, denen unter anderem der direkte Kontakt zu SAP fehlt und die aufgrund ihrer Grösse inhouse weniger Austauschmöglichkeiten mit anderen SAP-Expert:innen haben.

 

SAP drängt seine Nutzer: Wer von Innovationen wie Künstliche Intelligenz profitieren möchte, muss in die Cloud. Doch was heisst das für die Anwender, von denen zahlreiche noch die SAP Business Suite im Einsatz haben oder auf S/4HANA On-Premises setzen – wie der DSAG-Investitionsreport zeigt?

Nicht das Ob ist entscheidend, sondern das Wann: Der Weg der SAP-Anwender:innen führt früher oder später in die Cloud. Er darf aber nicht erzwungen werden, vielmehr sollte der Software-Konzern ihn über Incentives ebnen – wie mit dem Programm RISE with SAP Migration & Modernization. Folglich muss das Ziel von SAP sein, das Programm nicht nur wieder aufzunehmen, sondern es auch zeitlich unbegrenzt anzubieten. Die Incentives bedeuten für Unternehmen eine wichtige Unterstützung und ein starkes Argument für die Migration in der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Lage.

 

Wie kann SAP diese Migration unterstützen?

Aus DSAG-Sicht muss SAP es Unternehmen, die einen Wechsel anstreben, deutlich einfacher machen – von der Planung bis zur Implementierung der Lösung. Lizenzen und Vertragsmodelle sind bislang komplex und schwer zu durchdringen. Ebenso gilt es, sicherzustellen, dass SAP-Innovationen nicht allein in der Cloud, sondern weiterhin auch On-Premises-Anwendern zur Verfügung stellt. Diese Kund:innen dürfen nicht abgehängt werden. Der Walldorfer Software-Konzern muss Innovationen für die S/4HANA Private Cloud mit identischem Leistungsumfang auch für S/4HANA On-Premises zur Verfügung stellen.

 

Die Schweiz ist ein KMU-Land. Wie werden diese kleineren Unternehmen am besten unterstützt?

KMU haben deutlich weniger Kapazitäten und Ressourcen als Konzerne, müssen aber genauso die digitale Transformation aktiv gestalten, um langfristig erfolgreich zu sein. Dafür brauchen sie effiziente und kostenattraktive IT-Systeme bzw. passende SAP-Lösungen. Daran mangelt es allerdings bislang, genauso wie an Unterstützung von SAP – insbesondere mit Blick auf Angebot, Vertrag und Konvertierung. Es braucht passgenaue und kostenattraktive (Cloud-)ERP-Angebote sowie massgeschneiderte Umstellungsmöglichkeiten. Hierzu stehe ich mit den entsprechenden SAP-Verantwortlichen für den Bereich im regen Austausch, darüberhinaus bringt sich die DSAG in diverse KMU-Veranstaltungen (z.B. den SAP Innovation Day) ein und sucht den direkten Dialog mit Vertretern.

 

Was kann die DSAG als Anwendergruppe bewirken?

Die DSAG setzt sich nicht nur für Anpassungen von Produkten ein, sondern beeinflusst auch entscheidende strategische Weichenstellungen von SAP – und das mit Erfolg. Dafür hat sie den direkten Kontakt zu SAP-Entscheidern und mit ihren mehr als 4’000 Mitgliedsunternehmen grosses „Gewicht“. Bestehende Herausforderungen können die Mitglieder innerhalb der Gremien, also der Fachbereiche, formulieren und direkt adressieren.

 

Haben Sie ein paar Beispiele, wo die DSAG erfolgreich war?

Da kommt mir spontan die QR-Code-Rechnung vor einiger Zeit in den Sinn oder auch aktuell Passar, das neue, digitale Warenverkehrssystem des Schweizer Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit. Bei beiden ist die DSAG dafür eingetreten, dass diese Lösungen für die Unternehmen passend und zeitgerecht fertiggestellt werden. Auch bei Upgrade-Zwängen oder in puncto Lizenz- und Kostenstrukturen setzt sich die DSAG für die Interessen ihrer Mitglieder ein. Mit Blick auf KMU streben wir nicht zuletzt transparente Preismodelle an, die sehr wichtig sind, da sie, anders als in Grossunternehmen, oftmals keine Inhouse-Lizenzspezialisten haben. Hier kommt die DSAG als starkes, einflussreiches Netzwerk zum Einsatz.

 

Wie schätzen Sie die Bedeutung von Souveränen-Cloud-Lösungen für SAP-Anwender ein?

Souveränität und Datenhoheit sowie -schutz sind ein elementares Gut, die Einhaltung von Sicherheits- und Datenschutzanforderungen haben entsprechend auch bei Schweizer Anwendern Gewicht. Mit Blick auf grosse US-Hyperscaler sind Souveräne-Cloud-Lösungen ein wichtiges Signal, denn Europa braucht mehr digitale Eigenständigkeit, natürlich unter der Voraussetzung, dass Innovationen dadurch nicht gehemmt werden. Die Angebote gehen daher in die richtige Richtung und können dazu beitragen, Cloud-Skepsis zu reduzieren, vor allem im öffentlichen Sektor, in regulierten Industrien oder bei sensiblen Unternehmensdaten. SAP bietet u.a. die Delos-Cloud (in Deutschland) als souveräne Option für den Öffentlichen Dienst. Dazu kommt die Partnerschaft mit Schwarz Digits (die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe): Schwarz Digits will die datensouveräne Cloud-Lösung STACKIT anbieten, die in Deutschland und Österreich gehostet wird.

 

Über die DSAG

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) ist einer der einflussreichsten Anwenderverbände der Welt. Über 4’000 Mitgliedsunternehmen und mehr als 70’000 Mitgliedspersonen bilden ein starkes Netzwerk, das sich vom Mittelstand bis zum DAX-Konzern und über alle wirtschaftlichen Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) erstreckt. Auf Basis dieser Reichweite gewinnt der Industrieverband fundierte Einblicke in die digitalen Herausforderungen im DACH-Markt. Die DSAG nutzt diesen Wissensvorsprung, um die Interessen der SAP-Anwender zu vertreten und ihren Mitgliedern den Weg in die Digitalisierung zu ebnen.

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