Klarer Vorteil: Empa-Forschende zeigen, dass sich der SSbD-Ansatz für die Industrie lohnt. Bild: Adobe Stock
Klarer Vorteil: Empa-Forschende zeigen, dass sich der SSbD-Ansatz für die Industrie lohnt. Bild: Adobe Stock
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Zur Entwicklung von neuen Materialien und Produkten werden ganzheitliche Ansätze wie «Safe and Sustainable by Design» (SSbD) vorausgesetzt. Eine Empa-Analyse zeigt nun, dass vieles davon bereits in zentralen EU-Verordnungen festgelegt ist. Durch frühzeitige Berücksichtigung der Vorschriften bei der Entwicklung von Innovationen können Unternehmen kostspielige Fehlentwicklungen vermeiden.

Neue Chemikalien, Materialien, Produkte und Technologien sollen während ihrer gesamten Anwendungs- und Lebensdauer für Mensch und Umwelt sicher sein. Die internationale Studie «IRISS» unter Leitung der Empa klärte ab, was SSbD für Unternehmen bedeutet. Sie zeigt, dass der Ansatz zu zwei Dritteln mit der dafür relevanten europäischen Umweltgesetzgebung übereinstimmt. Die von den Unternehmen befürchtete hohe Mehrbelastung besteht also nicht. «Unsere Analyse zeigt deutlich, dass SSbD für Unternehmen ein klarer Vorteil ist, weil dieser Ansatz viele regulatorische Anforderungen bereits während der frühen Innovationsphase berücksichtigt», erklärte Studienautor Akshat Sudheshwar.

Die Wissenschaftler begannen mit der Untersuchung von 15 zentralen und für die Industrie relevanten EU-Verordnungen. Danach prüften sie jede Verordnung auf Übereinstimmung mit den SSbD-Vorgaben. Dabei ging es vorwiegend darum, ob die Verordnungen verbindliche Anforderungen wie Sicherheitsbewertungen enthalten, ob sie messbare Kriterien wie Recyclingquoten oder Grenzwerte vorgeben und ob sie bestimmte Methoden vorschreiben, etwa für Lebenszyklusanalysen oder Ökotoxizitätstests. Das Ergebnis zeigt 64% Übereinstimmung. Besonders hoch ist sie bei Batterien, kritischen Rohstoffen, Verpackungen und den Abfallrahmenrichtlinien.

PFAS zeigt, warum frühes Handeln entscheidend ist

Obwohl die PFAS-Risiken bekannt waren, wurden sie über Jahrzehnte ignoriert. Die Folgen für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft sind gravierend. Die PFAS werden in der Umwelt nicht abgebaut und sie reichern sich in den Organismen an. «Mit einem ganzheitlichen SSbD-Ansatz hätte man diese Risiken frühzeitig angehen können und nicht erst Jahrzehnte später teure Sanierungen vornehmen müssen.

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Also besser früh prüfen und einfach korrigieren, statt spät und teuer reagieren.» Genau dies beschreibt die EU treffend mit dem Prinzip «fail early and fail cheap». SSbD hat aber auch Mängel bei der Bewertung der Auswirkungen auf die Biodiversität. Dafür fehlen zuverlässige Daten, toxikologische Informationen und robuste Methoden.

Mit einem ganzheitlichen SSbD-Ansatz kann man Risiken frühzeitig angehen Illustration: Empa
Mit einem ganzheitlichen SSbD-Ansatz kann man Risiken frühzeitig angehen Illustration: Empa

SSbD als Chance für zukunftssichere Innovation

Obwohl die SSbD-Methode nicht perfekt ist, bietet sie den Unternehmen einen strategischen Vorteil, Bei deren Anwendung werden langfristig die Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und der Umweltschutz gestärkt. Der erhöhte Anfangsaufwand zu Beginn der Entwicklungsphase wird langfristig mehr als kompensiert. Für die Unternehmen ist die Fähigkeit wichtig, Sicherheit und Nachhaltigkeit früh zusammenzudenken und die nötige Expertise in beiden Bereichen aufzubauen.

Von der Politik wünscht man sich Anreize, damit SSbD in der Breite angewendet werden kann. Als Beispiele werden kurzfristige Unterstützung durch regulatorische Erleichterungen, Patentverlängerungen oder wirtschaftliche Vorteile genannt, die den Einstieg für Unternehmen erleichtern. Gleichzeitig müsse SSbD in EU-Verordnungen häufiger Eingang finden – mittelfristig nicht zwingend als verpflichtender Standard, sondern vielmehr als Orientierung für die Industrie.

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