Künstliche Intelligenz verändert die Cyberkriminalität grundlegend. Angriffe werden automatisierter, Unternehmen verlagern immer mehr Anwendungen in die Cloud und traditionelle Sicherheitskonzepte geraten unter Druck. Gleichzeitig suchen viele Serviceprovider nach Alternativen zu VMware. Vor diesem Hintergrund haben NTT DATA und Nutanix neue Infrastruktur- und Sicherheitsinitiativen vorgestellt, die zeigen, wohin sich der Markt entwickelt. Cyberangriffe werden nicht nur häufiger, sondern auch intelligenter. Dank künstlicher Intelligenz können Kriminelle Phishing-Kampagnen automatisieren, Schadsoftware schneller anpassen und Sicherheitslücken effizienter ausnutzen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass klassische Schutzmechanismen zunehmend an ihre Grenzen stossen.
Der IT-Dienstleister NTT DATA fordert deshalb einen Perspektivenwechsel. Sicherheit müsse künftig direkt in die Netzwerkinfrastruktur integriert werden und dürfe nicht länger ausschliesslich auf zusätzlichen Sicherheitslösungen aufbauen. Das Unternehmen hat dazu ein fünfstufiges Sicherheitsmodell vorgestellt, das auf Zero Trust, Cloud-Sicherheit, Netzwerktransparenz und KI-gestützte Betriebsprozesse setzt. Nach Ansicht von Christian Koch, Senior Vice President Cybersecurity IT/OT, Innovations & Business Development bei NTT DATA DACH, bildet das Netzwerk die entscheidende Verteidigungslinie gegen moderne Angriffe.
«Die aktuelle Bedrohungslage lässt sich kaum vollständig kontrollieren. Doch beginnend mit dem Netzwerk können Unternehmen steuern, wie widerstandsfähig, intelligent und sicher ihre Infrastruktur ist.»
Besonders wichtig sei dabei die Abkehr von klassischen Sicherheitsperimetern. Da Anwendungen heute über verschiedene Cloud-Plattformen, Rechenzentren und Homeoffice-Arbeitsplätze verteilt sind, müssten Identitäten und Zugriffe laufend überprüft werden.
Christian Koch, NTT DATA DACH
Ausbau des Serviceprovider-Geschäfts
Während NTT DATA die Sicherheitsseite adressiert, nutzt Nutanix, Spezialist für hybrides Multicloud-Computing, die derzeitigen Marktveränderungen im Virtualisierungsumfeld für einen Ausbau seines Serviceprovider-Geschäfts. Der Anbieter von Hybrid- und Multicloud-Lösungen hat neue Funktionen für sein Elevate Service Provider Program angekündigt. Im Mittelpunkt steht die neue Plattform «Service Provider Central», die ab der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar werden soll. Sie ermöglicht es Serviceprovidern, mehrere Kunden auf einer gemeinsamen Infrastruktur zu betreiben und gleichzeitig eine strikte Mandantentrennung sicherzustellen. Jeder Kunde erhält dabei eine eigene private Cloud-Umgebung mit separaten Ressourcen und individuellen Verwaltungsrechten. Gleichzeitig behalten die Betreiber die zentrale Kontrolle über Betrieb und Governance. Die Ankündigung kommt zu einem interessanten Zeitpunkt. Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom stehen viele Serviceprovider unter Druck, ihre Plattformstrategie zu überprüfen. Zahlreiche Anbieter evaluieren derzeit Alternativen oder bauen ihre Infrastruktur breiter auf, um Abhängigkeiten zu reduzieren.
Nutanix positioniert sich dabei offensiv als Alternative. Das Unternehmen kündigte ein Förderprogramm an, das Serviceprovidern den Umstieg von VMware erleichtern soll. Während einer Übergangsphase sollen Partner von reduzierten Einstiegskosten profitieren, wenn sie VMware-basierte Umgebungen auf Nutanix migrieren. Tarkan Maner, President und Chief Commercial Officer von Nutanix, sieht darin eine wichtige Unterstützung für die Partner.
«Serviceprovider spielen eine zentrale Rolle, um Kunden bei Modernisierungsvorhaben und der Einführung von Cloud-Betriebsmodellen zu ihren je eigenen Bedingungen zu unterstützen.»
Zusätzlich führt Nutanix das Qualitätssiegel «Powered by Nutanix: Verified Solutions» ein. Damit sollen Cloud-Angebote von Partnern offiziell validiert werden. Ziel ist es, Kunden die Auswahl geeigneter Anbieter zu erleichtern und gleichzeitig Qualitätsstandards sicherzustellen. Die beiden Ankündigungen zeigen einen gemeinsamen Trend. Infrastruktur, Cloud und Sicherheit wachsen zunehmend zusammen. Netzwerke werden zu aktiven Sicherheitsplattformen, während Cloud-Umgebungen stärker automatisiert und zentral verwaltet werden. Tarkan Maner, President und Chief Commercial Officer von Nutanix, sieht Serviceprovider als zentrale Akteure der Cloud-Transformation. «Serviceprovider spielen eine zentrale Rolle, um Kunden bei Modernisierungsvorhaben und der Einführung von Cloud-Betriebsmodellen zu ihren je eigenen Bedingungen zu unterstützen», erklärt er.
Tarkan Maner, President und Chief Commercial Officer bei Nutanix
Für Schweizer Unternehmen und Serviceprovider dürften die Themen Cyberresilienz, Cloud-Souveränität und Plattformunabhängigkeit deshalb in den kommenden Monaten weiter an Bedeutung gewinnen. Die Frage ist längst nicht mehr, ob Infrastruktur modernisiert werden muss. Vielmehr geht es darum, welche Plattformen künftig Sicherheit, Flexibilität und wirtschaftlichen Betrieb am besten miteinander verbinden können.
Weitere Informationen sind im Nutanix-Blog oder unter NTT Data / NTT Data Solutions erhältlich.
























