(Foto jpr; zVg Buch)
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Zum Inhalt: Ein gefallener Immobilientycoon versteckt sich nach dem Untergang in einem Zürcher Luxushotel und hadert mit seinem Schicksal, dessen Schuld er beim Starfotografen Augusto Venzini verortet. Als ersterer im Rahmen des traditionellen Sechseläutenumzugs enttarnt wird, verbleibt ihm nur noch die Flucht auf die Südseeinsel Hiva Oa, dem entlegensten Ort auf der Welt: Dort vermutet er seinen Widersacher Venzini, er selbst wird jedoch von seinen Gläubigern ebensowenig auf Hiva Oa in Ruhe gelassen.

„Ein Roman über Liebe, Gier und den unbändigen Trieb, ein anderer zu sein“, so Autor Ackeret. Leichte, aber keineswegs seichte Sommerlektüre der behenden Art einmal mehr, welche im Laufe der Lektüre wiederholt zum Schmunzeln anregt sowie zwischendurch gar zu wohltuend entspannenden Lachsalven kulminiert!

Schliesslich ist die Weltenlage seit dem 24. Februar 2022 mit Einmarsch der Russen in der Ukraine wiederum ernst genug! Nahezu pausenlos ab 29.02’24 dann die  Gewaltorgie mit brutalstem Gemetzel der Hamas im laut geschichtlichen Hintergrund eigentlich längst den Palästinensern gehörenden, anspruchsmässig nichtsdestotrotz von Israel behaupteten Gaza-Streifen! Jüngst eskaliert per Nahostkonflikt, bei dem Israel den Iran mit offizieller Begründung angriff, zweitbenannter Staat sei insgeheim am unterirdischen Bau einer Atombombe. Gefolgt von Trump’s US-Raketenbomben, welche durch dicksten Beton dringend den offenbar unterirdischen Standort der Atomproduktion Iran’s gelöscht haben sollen. Zur selben Zeit der wirtschafts-politische Niedergang ehemaliger Zugpferde wie Deutschland, Frankreich und Ialien in der finanziell maroden, mit aktuell um 23 BILLIONEN an Euro völlig überschuldeten EU. Einer Schweiz mittend’rin, die zwar ständig mit „best of the world“-Ratings wie „Bestes Land der Welt“ vom „US News & World Report“ punkto „Lebensqualität, Wirtschaft & Einfluss“, „Bestnote AAA“ von Moody’s, „ETH Zürich weltweit 1. Platz“, usw. bedacht wird. Sich VIER von SIEBEN Bundesräten nun allerdings dennoch und letztlich eigennützig der EU unterwerfen wollen…

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Aber zurück zum aktuellen Brüller von Matthias A., welcher zugleich Satire, Sarkasmus und Ironie satt in die Sommerferien und/oder auch unseren Alltag zu bringen versteht. Darin gelangt der Protagonist als inzwischen bankrotter Immobilien-Hengst in den besten, sich hintersinnenden Minuten und Stunden zu manch einer philosophischen Erkenntnis. So etwa mit „Frauen sind fordernd, vor allem in Extremsituationen. Gefallene Engel leiden, deren Ehefrauen noch mehr.“ Oder ohne „copyright“ von Remo Blanko – dem Haupt-Decknamen der offiziell „nur“ drei von ihm: „Trotz aller Distanzen und Zeitzonen, reist die eigene Befindlichkeit stets mit.“ Wie wahr!

Und so flüchtet Blanko denn als Robert Weiss – nach Hansruedi Schleimer, dem zweiten Tarnnamen – der dritte mit Nationalität Schweizer und Berufsbezeichnung Ethnologe an die französisch-polynesische Südsee-Insel: „Ethnologe ist der unverdächtigste Beruf überhaupt. Obwohl niemand weiss, was diese genau tun, fragt aus Angst vor einer Blamage auch niemand danach.“ Zu verdanken hat Weiss die Endlosreise nach Hiva Oa der Wahnsinnsidee der smarten Yoga-Lehrerin Sandra des Dolder Grand Hotel Zürich’s, wo er sich für Monate inkognito aufgehalten hatte. Sowie indirekt Augusto Venzini als vermeintlches Feindbild, klar.

Intermezzo mit Sandra in Zürich’s Kronenhalle VOR Blanko als Robert Weiss auf der Flucht, da die ganze Story oft von hinten in Rückblenden aufgerollt wird. Beispielsweise mit folgender Erkenntnis zum politisch rot-grünen Kuchen in der Wirtschaftsmetropole der Schweiz: „Der Kronenhalle-Chef Herr Godat ist der grossartigste aller Gastgeber und trotz aller in Zürich herumschwirrenden Pseudo-Rot-Grünen der einzig richtige Sozialist, da er sämtliche Gäste gleich behandelt.“ Und weiter: „Es gehört zu den grossen Paradoxen der Menschheit, dass die reichste Stadt der Welt seit Unendlichkeiten von Linken regiert wird, die ihr schlechtes Gewissen über den Reichtum der Stadt damit besänftigen, dass sie dieses Geld – allerdings nur zu ihren Gunsten (!) – grosszügigst ausgeben und verteilen. Ihr permanenter Versuch, die Reichen zu enteignen, übertrifft sogar meine Ambitionen“, wie sich Blanko alias Weiss aka Schleimer verlauten lässt. Bingo: Ein Anschauungsbeispiel links-politischer Verlogenheit und Heuchelei!

„Wer verlässt, bleibt“, weiss Augusto Venzini (Alter ego von Starfotograf & Ex-Kriegsfotograf Alberto Venzago) an anderer Stelle: „Zumindest in Erinnerung. Und zum Glück ist COMME D’HABITUDE des auf Hiva Oa beerdigten Chansonniers Jacques Brel kein Gassenhauer, der auf Englisch plötzlich zu MY WAY (von Frank Sinatra) und damit zum Endlosschrecken jeder Beerdigung mutierte.“

Von der natürlichen Attraktität polynesischer Frauen wie von Hiva Oa selbst fasziniert, war drei Generationen zuvor schon der renommierte Kunstmaler Paul Gauguin: Juni 1848 in Paris geboren, völlig inspiriert von der Schönheit der kleinen Insel verbrachte dieser an Ort mehrere kreative Jahrzehnte, verstarb er Mai 1903 völlig verarmt sowie vereinsamt und ist dort ebenso begraben: 100 Jahre später ersteigerte ein Katari für dessen Bild NAFEA 300 Mio. Dollares. „Für Augusto der unwiderlegbar untrügliche Beweis, dass mit dem Sterben zugewartet werden soll“… Diesbezüglich verkörpert die jüngere AISEA im Roman den personifiziert lebhaften Südseetraum, der sämtlich altersbedingten Widrigkeiten des Westens trotzt: „Gegen die Luft Polynesiens haben weder La Prairie, noch Schönheits-OP’s die geringste Chance.“

Bei der Aktionärsversammlung in Wien dann die Zäsur, dass sich Remo Blanko NICHT zu dieser einfindet. „Der Käsekönig hatte mittlerweile den zehnten Espresso getrunken, was sich auf seine Magenbefindlichkeit auswirkte. Völlig ausser sich lief er aus dem 100 m2 grossen Büro des Immobilientycoon hinaus in den langen Gang… Ausgerechnet heute sei Blanko nicht da, als die Aktionäre über einen finanziellen Zuschuss debattieren sollten, um das Blanko’sche Weltreich vor ernsthaften Schwierigkeiten zu schützen. Natürlich sei dieses noch nicht so löchrig wie Emmentaler Käse, weise aber doch schon kleine Ritzen wie Tilsiter auf.“ Fluchtartig verlässt der Käsekönig Blankos Stadtpalais, und wird dabei beinahe von einem Schneeräumgefährt attackiert: „Wien bleibt Wien: Ein überdimensioniertes Olten, in den Kleidern von Paris“, murmelt er.

In den Einspielungen der polynesischen Schönheit AISEA wesentlich auch deren Lebensphilosophie pur, mit welcher sie in einer Nacht konfrontiert wird: „Nun bin ich schon wieder eine Ewigkeit hier, seit ich meiner Mutter am Totenbett versprochen hatte, deren kleines Hotel weiterzuführen. Wäre ich in Deutschland geblieben, hätten sich wohl einige der letztlich nichtstattgefundenen Abenteuer ereignet. Vielleicht ist das Leben wirklich eine Ansammlung verpasster Optionen.“ Wie wahr auch diese Erkenntnis! Welche wenige Seiten vor Schluss des Romans darin mündet: „So viel Romantik ist kaum zu ertragen, das Meer leuchtet türkisfarben; der Pfarrer – ein geläuterter Devienspekulant mit drei Jahren Gefängnis – zieht uns, Remo BLANC (auf Französisch) und AISEA, eigens angefertigte Ringe über. Das Meerwasser umspült unsere nackten Füsse. Es ist wunderbar.“

Fazit: Nicht nur einzigartig, wie Buchautor Ackeret versteht, feine Fäden entlang der oftmals fesselnden Handlung zu spinnen, sondern eben auch immer ‚mal wieder Bezug zu den Protagonisten seiner vorherigen Romane zu schaffen! Auch muten all die berühmt-berüchtigten Zürcher „locations“ einen in Zürich Aufgewachsenen und im Laufe des Lebens wiederholt Heimischen wie den Rezensenten angenehm vertraut und reminiszent an.

http://www.muensterverlag.ch

 

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