
Die Technischen Universitäten München und Dresden arbeiten an der Entwicklung der sechsten Mobilfunk-generation. Die beiden Universitäten sind bis 2029 in der Projektphase und erwarten den kommerziellen Start von G6 im Jahr 2030.
Beim Mobilfunkstandard 5G steht vor allem die Kommunikation zwischen Maschinen im Vordergrund. Mit 6G soll der Mensch mit seiner Kommunikation und Interaktion mit Maschinen und virtuellen Welten in den Mittelpunkt rücken. Beispiele dafür sind Pflegeroboter oder Teleoperationen. Seit dem Start im Jahr 2021 haben die Forschenden bereits ein Ökosystem aus Grundlagenforschung und anwendungsorientierten Technologienentwicklungen etabliert. In der zweiten Projektphase «6G-life²» werden die
Forschungsergebnisse in die Praxis transferiert, sodass konkrete Technologien für das Netz der Zukunft entstehen können.
Das deutsche Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt das Projekt «6G-life²» bis 2030 mit 25 Millionen Euro. Die 6G-Roadmap soll den Weg für sichere und resiliente 6G Kommunikationstechnologien ebnen, damit Deutschland weiterhin die Technologien von morgen prägt. Die zukünftige Infrastruktur muss nicht nur leistungsfähig und zuverlässig, sondern vor allem sicher, nachhaltig, flexibel und kostengünstig umsetzbar sein. Neben der Entwicklung sollen auch ein direkter Wissenstransfer zur Wirtschaft hergestellt und die Grundlagen von 6G in die Lehre einbezogen werden.
Vernetzte Robotik
Die zukünftige Forschung integriert auch das Computing als Basis für neue Geschäftsmodelle. Dessen Schwerpunkt liegt auf energieeffizienten und schnellen Berechnungsmethoden, damit zahlreiche Anwendungen in Echtzeit funktionieren können. Dazu gehören das industrielle Metaversum, also virtuelle und digitale Abbilder von Fabriken und Arbeitsumgebungen, Robotik, Sensorik und Bewegungsmechanismen für die Mensch-Maschine-Interaktion.
Förderung von Start-ups
Parallel zur Forschung werden Start-ups gezielt gefördert. Damit soll in der Telekommunikationsindustrie ein Gegengewicht zur asiatischen Dominanz etabliert werden. Für die erfolgreiche Entwicklung in Deutschland braucht es neue Technologiefirmen, die bestehende Lücken schliessen und innovative Lösungen schnell zur Marktreife bringen können.
«Technologische Souveränität und ein starkes Startup-Ökosystem stehen im Zentrum von «6G-life²» und spiegeln sich inzwischen auch in der Hightech-Agenda der Bundesregierung wider. Mit früheren Anwendungen im Bereich 6G und Robotik haben wir bereits gezeigt, welches Potenzial in exzellenten Ausgründungen steckt – getragen von der engen Zusammenarbeit zwischen TUD, TUM und unserem Transfernetzwerk», sagt Frank Fitzek, Professor der Deutsche Telekom Professur für Kommunikationsnetze an der TUD.
Zusammenarbeit mit Bayern
Bayern ist bereits in der zweiten Phase des «6G Zukunftslabor Bayern». Die Forschungsschwerpunkte der TUM liegen auf digitalen Zwillingen, Energieeffizienz, Netzsicherheit und Ressourcenmanagement. Beide Projekte betrachten dieselben Anwendungsszenarien und arbeiten bei der Erstellung von Experimentalsystemen, Testbeds und Demonstratoren eng zusammen.




















