Künstliche Intelligenz verlässt endgültig die Experimentierzone. Unternehmen investieren in leistungsfähige Infrastrukturen, IT-Dienstleister suchen nach profitablen Geschäftsmodellen und Cybersecurity-Anbieter rüsten ihre Abwehrzentren mit KI auf. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass die neue Technologie nicht nur Chancen schafft. Sie beschleunigt auch Angriffe, vergrössert die Zahl digitaler Identitäten und erhöht die Anforderungen an Datenschutz, Governance und Wiederherstellungsfähigkeit.
Die aktuellen Meldungen von Nutanix, Climb Channel Solutions, Swiss Post Cybersecurity, Dell Technologies und InfoGuard zeigen unterschiedliche Ausschnitte derselben Entwicklung: KI wird zu einer grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur. Wer sie produktiv einsetzen will, braucht nicht nur Rechenleistung und Daten, sondern eine Strategie, klare Verantwortlichkeiten und belastbare Sicherheitskonzepte. Der technologische Goldrausch hat begonnen. Aber ohne Landkarte, Geschäftsmodell und Sicherheitsausrüstung wird daraus schnell eine teure Expedition. Die Unternehmen, die jetzt Erfahrungen sammeln, konkrete Anwendungsfälle entwickeln und gleichzeitig ihre Daten schützen, können sich einen entscheidenden Vorsprung sichern.
Nutanix: Ohne schnellen Datenzugriff bleibt die teuerste GPU unproduktiv
Nutanix hat für seine Speicherlösung Nutanix Unified Storage eine NVIDIA-Zertifizierung erhalten. Damit positioniert sich das Unternehmen als Infrastrukturpartner für sogenannte KI-Fabriken: hoch skalierbare Umgebungen, in denen KI-Modelle trainiert, angepasst und produktiv betrieben werden. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl leistungsfähiger Grafikprozessoren. Die Systeme müssen kontinuierlich und mit hoher Geschwindigkeit mit Daten versorgt werden. Datensilos, fragmentierte Speicherlandschaften und Engpässe zwischen Storage und GPU können selbst teure KI-Infrastrukturen ausbremsen. Thomas Cornely, Executive Vice President Product Management bei Nutanix, bringt das Problem auf den Punkt: «Um KI-Fabriken erfolgreich aufzubauen und zu betreiben, müssen Enterprise-Kunden fragmentierte Infrastrukturen und Datensilos hinter sich lassen, welche die Effizienz von GPU-Infrastrukturen begrenzen.»
Die NVIDIA-Zertifizierung soll Unternehmen eine validierte Architektur bieten, mit der sich Integrationsrisiken reduzieren und KI-Workloads besser skalieren lassen. Der Ansatz unterstützt unterschiedliche Einsatzbereiche wie Training, Fine-Tuning, Inferenz und Retrieval-Augmented Generation. Jason Hardy, Vice President Storage Technology bei NVIDIA, betont die Rolle des Speichers: «Storage bildet dabei die Basis, um im gesamten Stack das Leistungs-, Effizienz- und Genauigkeitspotenzial zu erschliessen.» Das wichtigste Learning: Unternehmen dürfen KI-Infrastruktur nicht auf den Einkauf von GPUs reduzieren. Netzwerk, Speicher, Datenmanagement und Ausfallsicherheit entscheiden darüber, ob eine Investition produktiv arbeitet oder lediglich beeindruckende Rechnungen produziert. Nutanix plant zudem die Unterstützung weiterer NVIDIA-Technologien und zeigt damit, wie schnell sich rund um Enterprise-KI ein neues Infrastruktur-Ökosystem entwickelt.
Climb: KI verkauft sich nicht als Produkt aus dem Regal
Climb Channel Solutions warnt IT-Händler, Distributoren und Integratoren davor, KI wie eine klassische Softwarelizenz zu behandeln. Die Nachfrage steigt zwar stark, doch erfolgreiche KI-Projekte beginnen nicht mit einem Hersteller oder einem Produkt. Sie beginnen mit einem konkreten geschäftlichen Problem. Martin Bichler, Regional Country Manager DACH bei Climb Channel Solutions, formuliert es deutlich: «Künstliche Intelligenz ist kein Produkt, das man einfach verkauft. Um KI-Lösungen zu vertreiben, benötigen Distributoren weit mehr als nur ein Produkt, sie brauchen eine ganzheitliche Strategie.» Erst wenn ein belastbarer Anwendungsfall und ein realistischer Return on Investment definiert sind, sollte über Plattformen, Modelle und Anbieter entschieden werden. Wer sich zu früh auf eine bestimmte Marke oder technische Lösung festlegt, riskiert einen Tunnelblick.
Für den Channel liegt darin eine erhebliche Chance. Kunden benötigen Beratung, Implementierung, Betrieb, Schulung und laufende Optimierung. Dafür braucht es jedoch Know-how, Partnerschaften und die Fähigkeit, technische Möglichkeiten in messbare Geschäftsergebnisse zu übersetzen. Climb empfiehlt, mit überschaubaren Anwendungsfällen zu starten, daraus zu lernen und anschliessend zu skalieren. KI sollte dabei nicht als isoliertes Projekt eines einzelnen Fachbereichs behandelt werden, sondern als unternehmensweite Strategie. Das zentrale Learning: KI wird nicht über ihre technische Faszination verkauft, sondern über Effizienz, zusätzlichen Umsatz, geringere Risiken oder eine bessere Kundenleistung. Erfolgreiche Anbieter werden nicht jene sein, die am meisten über Modelle und Parameter sprechen. Erfolgreich werden jene sein, die den Kunden zeigen können, welches konkrete Problem sie lösen und wie schnell sich die Investition auszahlt.
Swiss Post Cybersecurity: Der nächste Angriff wird kommen
Der erste «Swiss Threat Landscape Report» von Swiss Post Cybersecurity formuliert eine unbequeme, aber realistische Botschaft: Vollständige Prävention ist nicht mehr möglich. 71 Prozent der befragten Führungskräfte aus IT und Cybersecurity gaben an, bereits einen Cybervorfall erlebt zu haben. Besonders häufig genannt wurden Malware, Ransomware, Phishing und Social Engineering. Angreifer setzen zunehmend auf gestohlene Identitäten, legitime Zugänge und manipulierte Menschen statt ausschliesslich auf technische Schwachstellen. Paul Such, CEO von Swiss Post Cybersecurity (Bild unten) , ordnet die Entwicklung strategisch ein: «Cyberbedrohungen entwickeln sich hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit, ihres Ausmasses und ihrer Raffinesse ständig weiter.» Für Unternehmen bedeute dies, dass Cybersicherheit nicht länger als reines IT-Thema betrachtet werden könne. Such betont: «Für Schweizer Organisationen ist Cybersicherheit mittlerweile ein zentraler Bestandteil des Unternehmensrisikomanagements, der Widerstandsfähigkeit und der Führungssteuerung und nicht mehr nur eine rein technische Disziplin.»
Der Bericht identifiziert vor allem organisatorische Defizite: unklare Zuständigkeiten, fehlende Transparenz über Systeme und Cloud-Dienste, zu weitreichende Zugriffsrechte von Dienstleistern, ungenügende Protokollierung und eine massive Unterschätzung des Wiederherstellungsaufwands. Besonders relevant ist der Hinweis auf Schatten-IT und nicht verwaltete Konten. Unternehmen können Systeme und Identitäten, von deren Existenz sie nichts wissen, nicht wirksam schützen. Gleichzeitig erhöhen externe Dienstleister und weitreichende Zugriffsrechte das Risiko von Angriffen über die Lieferkette. Das zentrale Learning lautet: Cyberresilienz bedeutet nicht, jeden Angriff verhindern zu können. Unternehmen müssen vielmehr in der Lage sein, Angriffe frühzeitig zu erkennen, rasch zu reagieren und den Betrieb kontrolliert wiederherzustellen. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung müssen wissen, welche Systeme kritisch sind, wer im Ernstfall entscheidet und wie lange der Betrieb eingeschränkt bleiben kann.
Der Swiss Threat Landscape Report kann hier bestellt werden
Dell Technologies: Notfallpläne müssen funktionieren, nicht nur existieren
Dell Technologies beschreibt aus der Erfahrung von jährlich mehr als 100 begleiteten Sicherheitsvorfällen, weshalb Unternehmen bei der Bewältigung von Cyberangriffen scheitern. Häufig fehlen abgestimmte Incident-Response-, Disaster-Recovery- und Business-Continuity-Pläne. Noch häufiger wurden vorhandene Pläne nie unter realistischen Bedingungen getestet. Auch Backups bieten keine Sicherheit, wenn niemand überprüft hat, ob sie vollständig und innerhalb der erforderlichen Zeit wieder eingespielt werden können. Hinzu kommen mangelhafte Kommunikation, fehlendes Wissen über ältere Systeme, ausgelaufene Supportverträge und unvollständige Dokumentationen. Christian Scharrer, Enterprise Architect und CTO Ambassador bei Dell Technologies (Bild unten), erklärt: «Eine gute Vorbereitung zahlt sich im Ernstfall aus und kann die Wiederherstellungszeit deutlich verkürzen.» Gleichzeitig warnt er vor falscher Sicherheit durch Übungen allein: «Dennoch läuft erfahrungsgemäss nicht immer alles reibungslos, weil der Druck bei tatsächlichen Cyberattacken ungleich grösser als bei Testläufen ist und eigentlich immer unvorhergesehene Situationen eintreten.»
Besonders gefährlich ist ein lückenhaftes Lagebild. Werden kompromittierte Konten, manipulierte Einstellungen oder Hintertüren übersehen, bleiben Angreifer möglicherweise im Netzwerk. Auch ältere Systeme werden zum Problem, wenn die Mitarbeitenden mit dem nötigen Wissen das Unternehmen längst verlassen haben und Dokumentationen fehlen. Das Learning ist eindeutig: Incident Response beginnt lange vor dem Angriff. Unternehmen sollten externe Spezialisten, Entscheidungswege, Kommunikationskanäle und technische Wiederherstellungsprozesse festlegen, bevor der Ernstfall eintritt. Einen geeigneten Partner erst während einer laufenden Attacke zu suchen, ist ungefähr so klug, wie mitten im Brand nach einer Feuerwehrnummer zu googeln.
Weitere Infos hier.
InfoGuard: KI beschleunigt die Abwehr – aber auch den Angriff
An der InfoGuard Security Lounge standen KI, Datenhoheit und identitätsbasierte Angriffe im Mittelpunkt. Moderne Angreifer müssen häufig keine klassischen Sicherheitsbarrieren mehr überwinden. Sie nutzen vorhandene Cloud-Konten, unzureichend geschützte Administrationszugänge, Schatten-IT oder legitime Rechte von Mitarbeitenden und Dienstleistern. Sandro Bachmann, Principal Threat Intelligence Analyst bei InfoGuard, zeigte anhand realer Fälle, dass viele Angriffe heute nicht mehr wie spektakuläres «Hollywood Hacking» aussehen. Stattdessen bewegen sich Angreifer leise durch bereits vorhandene Zugänge. Besonders wichtig sei deshalb Multi-Faktor-Authentifizierung. Sie sei nicht Kür, sondern Ausgangspunkt einer wirksamen Cyberabwehr.
Michael Stampfli, Head of Cyber Defence Services & Operations bei InfoGuard, zeigte, wie KI in modernen Security Operations Centern eingesetzt wird. Sie kann Zusammenhänge zwischen Identitäten, Endpunkten, Cloud-Diensten und Netzwerken schneller sichtbar machen und Warnmeldungen priorisieren. Die entscheidende Leitplanke bleibt jedoch der Mensch. KI kann Analysen beschleunigen, darf aber nicht unkontrolliert über geschäftskritische Massnahmen entscheiden. Ebenso entscheidend ist, wo sensible Sicherheitsdaten verarbeitet werden. Stefan Thomann, Chief Sales Officer von InfoGuard, formuliert den Grundsatz: «KI in der Cyber Defence schafft nur dann Mehrwert, wenn sensible Security-Daten jederzeit unter eigener Kontrolle bleiben.»
Michael Stampfli (oben) und Stefan Thomann von InfoGuard
InfoGuard setzt deshalb auf Modelle, die auf eigener Infrastruktur in der Schweiz und in der EU betrieben werden. Unternehmen müssen bei KI-Lösungen folglich nicht nur nach Leistung und Preis fragen, sondern auch nach Datenstandort, Modellzugriff, Transparenz und Kontrolle. Das Learning: Mit KI-Agenten, Maschinenidentitäten und automatisierten Prozessen entstehen neue Zugänge und damit neue Angriffsflächen. Identitätsmanagement wird zu einem der wichtigsten Sicherheitsfelder der kommenden Jahre. Weitere Infos sind hier.
HR Path: Eine Milliardenbewertung für die digitale Transformation der Personalarbeit
Wie viel Kapital inzwischen in die Digitalisierung zentraler Unternehmensfunktionen fliesst, zeigt die angekündigte Transaktion rund um HR Path. Der Anbieter von HR-Beratung, Technologieimplementierung und Outsourcing erhält im Rahmen einer von Ardian angeführten Transaktion auf Basis einer Bewertung von nahezu einer Milliarde US-Dollar neue finanzielle Möglichkeiten für seine internationale Expansion und weitere Übernahmen. HR Path erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 360 Millionen Euro, beschäftigt rund 2’600 Mitarbeitende in 30 Ländern und betreut mehr als 3’000 Kunden. Innerhalb von zwei Jahren sei die Gruppe um nahezu 70 Prozent gewachsen. In der Schweiz hat HR Path seine Position 2025 durch die Übernahme der smahrt consulting AG ausgebaut. Nun sollen die lokalen Teams und Kompetenzen rund um SAP, Workday sowie weitere HR- und Finanztechnologien verstärkt werden.
Die Mitgründer von HR Path, Cyril Courtin (links) und François Boulet (rechts).
Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Einführung einer neuen Personalsoftware. Cloud-Plattformen, automatisierte Prozesse, Datenanalyse und KI verändern Rekrutierung, Personalentwicklung, Administration und Steuerung der Belegschaft. «Unternehmen erwarten heute weit mehr als die Einführung neuer Technologien, sie suchen einen Partner, der nachhaltigen Mehrwert schafft und Transformation ganzheitlich begleitet», erklärt Angelo Gallo, Partner HR Path Schweiz. Ato Anderson, Partner HR Path Schweiz, verweist auf die Verbindung von lokaler Expertise und internationaler Stärke: «Mit der zusätzlichen Finanzierung werden wir diese Position weiter ausbauen und die nächste Wachstumsphase aktiv gestalten.» Das Learning: Der Markt für digitale Transformation konsolidiert sich. Kapitalstarke Plattformanbieter kaufen Spezialwissen, lokale Kundenbeziehungen und Implementierungskompetenz hinzu, um Unternehmen von der Beratung bis zum laufenden Betrieb aus einer Hand zu begleiten.
Der Moment für die unternehmerische KI-Strategie
Die Dynamik dieses neuen Wirtschaftsbereichs ist enorm. Rund um KI entstehen nicht nur neue Modelle und Anwendungen, sondern vollständige Infrastrukturen, Beratungsangebote, Sicherheitslösungen und international skalierbare Dienstleistungsplattformen. Die angekündigte Transaktion rund um HR Path zeigt, dass Investoren dabei längst nicht mehr allein auf klassische Softwareunternehmen setzen. Kapital fliesst auch in Anbieter, welche Technologie, Beratung, Implementierung und Outsourcing miteinander verbinden. Eine Bewertung von nahezu einer Milliarde US-Dollar für einen HR-Transformationsanbieter ist deshalb mehr als eine Finanzmeldung. Sie zeigt, dass die Digitalisierung der Personalarbeit, der Finanzprozesse und anderer zentraler Unternehmensfunktionen zu einem grossen Wachstumsmarkt geworden ist. KI wird nicht isoliert eingeführt. Sie wird in bestehende SAP-, Workday-, Cloud- und Datenplattformen eingebaut und verändert damit schrittweise die Organisation selbst.
Für Schweizer Unternehmen bietet sich die Chance, Prozesse zu beschleunigen, administrative Arbeiten zu reduzieren, Entscheidungen besser auf Daten abzustützen und neue Dienstleistungen zu entwickeln. Für IT-Dienstleister, Berater und spezialisierte Branchenanbieter entsteht gleichzeitig ein wachsender Markt. Wer seine Branchenkenntnisse mit Technologie- und Umsetzungskompetenz verbindet, kann zusätzliche Umsätze erzielen und sich klarer von der Konkurrenz unterscheiden. Wer sich bisher noch nicht ernsthaft mit KI beschäftigt hat, sollte deshalb jetzt beginnen. Nicht mit einem beliebigen Tool und auch nicht mit der Frage, welches Sprachmodell gerade die besten Ranglistenwerte erzielt. Ausgangspunkt müssen die eigenen Geschäftsprobleme sein. Welche Leistungen könnten schneller oder besser erbracht werden? Wo entstehen neue Angebote? Welche Prozesse lassen sich automatisieren? Welche internen Daten könnten sinnvoll genutzt werden? Welche Informationen dürfen eine externe Plattform verlassen? Und was geschieht, wenn ein KI-System ausfällt, falsche Ergebnisse liefert oder kompromittiert wird?
Die Meldungen zeigen zugleich, dass KI-Strategie, Infrastruktur, Organisationsentwicklung und Cybersicherheit nicht voneinander getrennt werden können. Wer neue KI-Dienste aufbaut, benötigt ausreichende Rechen-, Netzwerk- und Speicherleistung. Wer Daten produktiv nutzt, muss wissen, wo diese liegen und wer darauf zugreifen kann. Wer Personal-, Finanz- oder Kundenprozesse automatisiert, muss klären, wie Entscheidungen kontrolliert, Fehler korrigiert und sensible Informationen geschützt werden. Gerade bei HR-Systemen ist dies entscheidend. Personaldaten gehören zu den sensibelsten Informationen eines Unternehmens. Je stärker Prozesse zentralisiert, ausgelagert und durch KI unterstützt werden, desto wichtiger werden Rollenmodelle, Zugriffskontrollen, Datenstandorte, Protokollierung und klare Verantwortlichkeiten gegenüber Technologie- und Outsourcing-Partnern. Wachstum und Sicherheit müssen gleichzeitig geplant werden.
Hinzu kommt eine zweite Entwicklung: Der Markt konsolidiert sich. Grosse Anbieter und Finanzinvestoren bauen Plattformen auf, kaufen lokale Spezialisten und bündeln Beratung, Technologie und Betrieb. Für kleinere Dienstleister erhöht dies den Wettbewerbsdruck. Es eröffnet aber auch Chancen für Partnerschaften, Spezialisierung und klar positionierte Angebote. Wer nur Standardlösungen weiterverkauft, dürfte es schwerer haben. Wer dagegen konkrete Branchenprobleme löst, vertrauenswürdige Datenräume schafft und die Transformation tatsächlich begleitet, wird gesucht. Die Gewinner werden deshalb nicht jene Unternehmen sein, die am lautesten «KI» rufen oder möglichst viele Tools einkaufen. Erfolgreich werden jene sein, die konkrete Anwendungsfälle, wirtschaftlichen Nutzen, organisatorische Umsetzung, Datenhoheit und Cyberresilienz zusammenbringen. Die Chance ist gross. Das Kapital steht bereit, der Markt wächst und die Technologie entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit. Die Sicherheitsrechnung kommt allerdings gleich mit.
Titelbild: Das Bild des Fotografen Eric A. Hegg zeigt Angehörige der North-West Mounted Police (NWMP) und ein kanadisches Zollhaus am Gipfel des Chilkoot Pass während des Klondike-Goldrausches um 1898. („Library and Archives Canada“ )


























