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Swisscom unterstützt das Familienunternehmen Rhomberg Sersa Rail Group mit 5G, dem Internet der Dinge, der Cloud und Data Driven Business. So können Schienenspezialisten die knapp bemessenen Zeitfenster besser genutzt werden, teilt der Telco mit.

Im Tunnel beispielsweise kann nicht einfach die Anzahl Maschinen oder Arbeiter verdoppelt werden, sondern es braucht eine akribische Planung. In vielen Fällen könnte die Digitalisierung Abhilfe schaffen. In der Zukunft  wird erst ein digitales Abbild einer Baustelle, genannt digitaler Zwilling, erstellt, simuliert und optimiert, bevor die Bagger mit Kies und Schotter auffahren und das Modell 1:1 umsetzen.

Hubert Rhomberg erläutert: «Man muss Wissen konsequent teilen. Kommunikation zwischen allen Einheiten und Stufen ist zentral.» Technologie sei sowieso sekundär. Es gehe um Menschen und die Zusammenarbeit. Wenn ein Polier auf einer Baustelle eine Anwendung wolle, weil er sie beim Kollegen gesehen haben, dann habe man das Ziel erreicht. Man müsse die Menschen gewinnen.

Wenn die Rhomberg Sersa heute in sehr engen Zeitfenster, meist in der Nacht, auf die Baustelle trete, würden mehr und mehr digitale Tools den Schwerarbeitern helfen. Die ersten Schritte für die digitale Baustelle seien bereits umgesetzt, wie beispielsweise die Künstliche Intelligenz. Sie erkenne die Baumaschinentypen auf Bildern. Christian Schollenberger, Head of IT bei Rhomberg Sersa erklärt: «Wir gaben den Data Scientists von Swisscom 40 Stunden Zeit, ein entsprechendes Datenmodell zu entwickeln. Auf Fotos können wir Geräte und Maschinen auf Bildern erkennen. Das Modell hat nun 95 Prozent Treffsicherheit.»

Ein weiterer Schritt ist der Prototyp eines Messwagens, auf dem eine Cloud, Mobilfunkanbindung und vieles mehr verbaut ist. Christian Schollenberger sagt: «Die Kameras auf dem Messwagen messen das Bahntrasse während der Fahrt mit einer Genauigkeit von Zehntelsmillimeter aus. So erkennt man, wo Unterhaltsarbeiten nötig sind und kann Ausfälle auf dem dichtest befahrenen Bahnnetz der Welt verringern.» Der Messwagen erkennt übrigens sogar gelöste Muttern, auch wenn er mit 60 km/h über das Gleis fährt.

Aktuell arbeiteten Rhomberg Sersa und Swisscom insgesamt an fünf Teilprojekten, welche 5G, Internet der Dinge, Cloud und Data Driven Business umfassen und sie im harten Gleisbauumfeld prüften. Julian Dömer, Head of IoT bei Swisscom sagt: «Wir probieren die Technologien im harten Umfeld aus und stellen es unter Beweis. Die systematische Innovation bei Rhomberg Sersa hat Vorbildcharakter für die ganze Industrie. Sie verbinden technische Innovation mit wirtschaftlichem Nutzen.»